... der inhaftierten 'Pussy Riot'-Mitglieder verlängert wird, demonstriert Petr Pavlensky vor der Kazan Cathedral mit zugenähten Lippen. (Die Polizei kann den demonstrierenden Aktionskünstler nicht verhören.) Im Mai 2013 liegt er nackt in Stacheldraht gewickelt vor dem Mariinski-Palast. (Der Polizei gelingt es nicht abzuschirmen, wie man Pavlensky aus seinem symbolischen Gefängnis schneidet.) Im November 2013 nagelt er sich unbekleidet durch seinen Hodensack auf dem Roten Platz fest. Im Rahmen des Ukraine-Konflikts entfacht er im Februar 2014 mit Kollegen auf einer der Brücken über dem Gribojedow-Kanal Feuer und schlägt auf Trommeln Lärm. Nackt auf einer Mauer des Serbski-Wissenschaftszentrums für Sozial- und Gerichtspsychiatrie sitzend, trennt er sich im Oktober 2014 ein Ohrläppchen ab. (Polizisten und Psychiater streiten sich, wer für den Fall zuständig ist; erst nach 150 Minuten gelingt es, Pavlensky abzuführen.) Im November 2015 setzt er schließlich die Tür der Zentrale des Geheimdienstes FSB in Brand und lässt sich widerstandslos abführen. Man wird ihn wegen Vandalismus anklagen; Pavlensky fordert, dass man ihn wegen Terrorismus anklagt.
Irene Langemanns Doku - welche die jüngsten Ereignisse seit Mai 2016 nicht mehr behandelt - reiht Archivmaterial, Interviews mit Pavlensky, mit seiner Lebensgefährtin Shalygina (die sich nach einem Vertrauensbruch den kleinen Finger amputierte, um Pavlenskys Vertrauen zu ihr wieder herzustellen), mit Pavel Jasman (der als Ermittler zuächst Pavlensky verhört hat, um später zu kündigen und ihn als Anwalt zu vertreten), mit anderen Künstlern und Aktionisten und mit Pavlenskys Psychiater (der dem Aktionskünstler geistige Gesundheit bescheinigt) aneinander und reinszeniert mit Schauspieler(inne)n diverse Gerichtsverfahren auf Basis der jeweiligen Protokolle.
Beweggründe und Konzepte der Aktionen werden dargelegt. Kritik an Pavlensky klingt vergleichsweise selten an, wird aber nicht gänzlich ausgespart.