Kaum ein Spukhausfilm würde zustande kommen, wenn sich die neuen Bewohner über die Geschichte ihres Heimes informieren würden und so geschieht es auch bei Autor und Regisseur Alexander Babaev, der sich bei seinem Erstling deutlich an „Tanz der Teufel“ orientiert.
Seit einem Unfall leidet Zach an einer Celebralparese, einer irreparablen Hirnschädigung, die ihn an den Rollstuhl fesselt. Um sich in Ruhe um ihn zu kümmern, bezieht seine Schwester Emily ein einsam gelegenes Haus im Ländlichen, wo sie es mit einem befreundeten Paar und ihrem Verlobten herzurichten versucht. Dabei entdecken sie ominöse Symbole auf Brettern und entsorgen diese. Kurz darauf erhebt sich Zach aus seinem Bett…
Besessenheit greift mal wieder um sich, doch immerhin wird auf das Hexenbrett verzichtet, es benötigt kein Gläserrücken und auch keine ins Verderben führende Partyspiele.
Die Exposition veranschaulicht bereits ein wenig von dem, was unsere Protagonisten erwarten könnte, welche insofern als Sympathieträger durchgehen, als dass sie sich um Zach kümmern.
Wobei der erste Schein ein wenig trügt, da das Kollektiv im Verlauf mit den Sünden der Vergangenheit konfrontiert wird, was ein wenig von „Flatliners“ abgekupfert ist.
Bis dahin darf der obligatorische Zwischenstopp an der Tankstelle genauso wenig fehlen wie ein Paar bei der horizontalen Erfrischung. Unheimlich wird es indes, als Zach zu Dingen in der Lage ist, die medizinisch betrachtet unmöglich sind.
Babaev hält sich mit Computereffekten angenehm zurück, lediglich einige „Wächter“ im Garten stammen aus dem Rechner und sind überraschend dezent und atmosphärisch in Szene gesetzt. Die handgemachten Gewaltmomente sind zwar größtenteils durchschaubar, doch so manche Einlage wie Haken durch Kiefer und Stift im Auge ist nicht ohne. Erfreulicherweise ist die 80-minütige Fassung ungeschnitten, obgleich das im Mittelteil aufgrund etwas merkwürdiger Schnitte etwas anders anmutet.
Auf darstellerischer Ebene ist die Angelegenheit treffend besetzt, die Mimen liefern solide, selbst die Synchro ist annehmbar. Leider bleibt vom Score rein gar nichts hängen und auch die Soundkulisse liefert kaum Besonderheiten. Ansonsten ist technisch wenig anzukreiden.
So sorgt ein passables Tempo spätestens ab Mitte für Kurzweil und obgleich die Geschichte kaum originell oder gar innovativ erscheint, punktet sie nach hinten raus mit einigen spannenden Szenen und atmosphärischen Momenten.
Das Vorbild von Sam Raimi schimmert zwar in regelmäßigen Abständen durch, doch dieses haben unerfahrene Filmemacher schon weitaus schlechter kopiert.
Knapp
6 von 10