Review
von Leimbacher-Mario
(K)Ein lustiges Katzenvideo
Ein Killer in Katzenmaske geht um - und Deutschland musste über 5 Jahre (!) auf diesen tierisch Slasher zwischen Augenzwinkern und Perversion, zwischen „Cats“ und „Maniac“ warten (Vergleich aus der Pressemappe). Aus dem Keller des Studios gekramter Müll? Oder ein subversiver Fetischfilm auf dem Weg zum Kult?
Vor 30 Jahren wäre ein Film wie „Cat Sick Blues“ ohne Zweifel nicht ungeschnitten, womöglich gar nicht hierzulande erschienen. Gut, dass sich die Zeiten ändern! Und gut, dass der Film nach Jahren in der Produktions- bzw. Veröffentlichungshölle doch noch released wird. Denn es gibt sehr viele Filme, die es mehr verdient hätten als „Cat Sick Blues“ verschwiegen zu werden! Dave Jacksons ungewöhnliches Opfer- sowie Täterpsychogramm mit ziemlich perversen, blutigen und fiesen Ausschlägen hat es in sich. Vielleicht kein August Underground - aber ohne Zweifel eher für uns Grenzgänger und keiner, um ihn mit der Mama zu gucken. Selbst wenn die Horrorfilme mögen sollte und Katzenbesitzerin ist. Und da ich seit einigen Monaten stolzer Papa zweier anbetungswürdiger Katzen bin, trifft der ungewöhnliche Slasher bei mir dann gleich noch ein paar Nerven mehr. Sowohl schmunzelnde als auch schmerzhafte. Die Jagd nach dem Katzenkiller. Leicht surreal, künstlerisch nicht unwertvoll, dennoch ohne Frage „Special Interest“. „Drive“ trifft „Aristocats“ auf LSD im SM-Swingerclub. Ein wenig Kritik an der „Netzgafferei“. Die Gedanken schweben frei. Rebellisch und radikal. Punkschock zwischen sexueller Frustration, Trauerbewältigung, Maskenball und Urängsten.
Fazit: ein kleiner, aber fieser Sicko(-Slasher) mit psychoanalytischen Untertönen und ohne Zimperleien. Roh und pur wie Katzenfutter. Manche sagen krank, ich sage ziemlich gelungen. Schwärzester Humor.