Review

Inhalt:

Singapur, 1976. Der Vater des Polizei-Beamten Lung (Sin Il-Ryong) wurde von Triaden brutal getötet. Der Bande steht der so seriös auftretende wie skrupellose Boss Wang (Chao Hsiung) vor, dessen Schergen sind gefährlicher Killer -wie Chou ("Michael" Chan Wai-Man aka "Michael" Chen Hui-Min)- und Schläger (u.a. Wilson Tong, Sammo Hung, Tong Tin-Hei).

Lung will den Gangstern und Wang das Handwerk legen. Hilfe erhält er von Chang (Chen Hsing), der ebenfalls mit Wang abrechnen will. Die beiden können die Bande um 650.000 HK$ erleichtern, und weichen mit dem Geld auf die indonesische Insel Bali aus. Dort ist Chang im Erdöl-Sektor tätig, und Lung hilft einer jungen, indonesischen Dame, der aparten Denise (Tutie Kirana). Lung und Chang gehen davon aus, dass Wang und seine Gang das Geld wiederhaben wollen, und warten ab.

Die Gangster lassen sich nicht 2 mal bitten, und kreuzen auf der Insel auf. Bei einem fingierten Öl-Geschäft ergaunern sich Lung und Chang noch einmal 2 Millionen HK$!

Wang erleidet daraufhin einen Herzinfarkt und stirbt. Es kommt zum Show-Down zwischen den Schergen Wangs sowie Lung und Chang. Ein Kampf auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Die DVD-Reihe "AsiaLine" versorgt die deutschen Easternfans ja zuverlässig mit zumindest passablen KungFu-Actionern. Und hinter dieser Produktion steckte die Filmgesellschaft "Golden Harvest" des Erfolgsproduzenten Raymond Chow, die ja Bruce Lee groß herausbrachte. Zudem war hier ein Eastern-Cast der Extra-Klasse am Start, mit "Michael" Chan Wai-Man, Chen Hsing, Wilson Tong, Sammo Hung, Tong Tin-Hei, Chao Hsiung und in Gastrollen Chang Pei-Shan und Chiang Nan. Das las sich doch süperb, und die Erwartungshaltung war somit hoch.

Doch "The Double Crossers" ("Kung Fu Killer") ist ein allergrößtenteils flauer, blutleerer und zäher Streifen, der insgesamt eher enttäuschend war. Man muss es so hart sagen. "Golden Harvest", neben den Shaw Brothers die berühmteste Eastern-Schmiede Hongkongs, und ein Cast mit Starpower, bei dem jeder Easterfan aufhorcht. Und dann so ein letztlich schwacher Film, der ein echter Hit hätte werden müssen. Hätte... .

Langatmig zieht sich eine hanebüchene Story hier hin, flauselig in Szene gesetzt, schwerfällig und dröge schleppt sich "Kung Fu Killer" über 95 Minuten lang von Szene zu Szene. In der ersten Stunde zudem kaum KungFu-Fights, und die Stars können sich hier nur unter Wert verkaufen. Es lässt sich schwer beschreiben, aber die Storyline will nicht richtig zünden, und ein Spannungsbogen ist nur schwerlich auszumachen.

Wenn wenigstens die Fight-Action die Sache rausgehauen hätte. Aber davon gibt es 1. zu wenig, und 2. ist sie fast so blutleer wie der Film selbst. Nach einer knappen Stunde gibt es den ersten ganz guten, rasanteren Fight zwischen dem Hauptdarsteller Sin Il-Ryong (ein eher unbekannter Darsteller der hier neben den Stars in der Hauptrolle agierte) und Chan Wai-Man, dann schwächt sich wieder alles ab. Chen Hsing darf kaum zeigen was er kann, mit Motorad- und Autostunts will man das alles eher unbeholfen aufmöbeln, und das End-Duell Sin Il-Ryong vs Chan Wai-Man ist eher enttäuschend. Au nein, nicht mal die Action haut hier richtig hin. Die unbeholfene Baller-Action kann das auch nicht mehr rausreißen.

An den Darstellern lag es eigentlich nicht, die machen ihre Sache tapfer und solide. Das Script lässt sie aber eben hängen, und die Kampfregie ebenso. Sin Il-Ryong, ein taffer, cool-knackiger Held, spielt das solide-gut. Da hätte man doch mehr draus machen müssen, Herrgott nochmal. Und ein muskulöser Oberkörper alle Achtung. Den hätte ich gerne. Da geht man seit über 30 Jahren ins Fitness-Studio, aber mit einem Körper wie Sin Il-Ryong kann ich leider nicht aufwarten. Sei´s drum, deutsche Frauen können mit einer definierten Muskulatur bei einem Mann eh nichts anfangen, finden sowas ja eher eklig. Eher kommt bei dt. Frauen ja ein Körper ala Peter Altmaier gut an, massig-voluminös aber eben fett-korpulent. Altmaiers Volumen, oder die definierte Muskulatur eines Federgewichts- oder Leichtgewichtsboxers, deutsche Frauen bevorzugen da Altmaier. Na ja, ich sage mir mittlerweile: Fitness-Studios sind wie Bundestagswahlen. Beides bringt nichts, aber man geht trotzdem hin.

Ich schweife ab, ob des eher flauen Films den ich hier bespreche, sorry. Also Sin Il-Ryongs Performance ging in Ordnung. So wie die von Chen Hsing, dem "Charles Bronson Asiens". Nur verschwindet er für eine ganze Weile nach seinen ersten Szenen, und darf dann wieder auf Bali mitmischen. Aber insgesamt war das "zu wenig Chen Hsing", leider.

Chan Wai-Man ist hier der coolste der Villains, die Sonnenbrille, die kalte Aura, dieser Blick und das arrogante Auftreten. Chan darf aber ebenfalls actiontechnisch nicht allzu viel zeigen, leider Gottes, au Mann. Chao Hsiung mimt den obersten Villain, seriös im feinen Zwirn, Maßanzug mit Nadelstreifen-Jackett, doch Dreck am Stecken dass es qualmt. Das macht Chao Hsiung ebenfalls recht solide. Dass seine Figur mit Herzkasper abdankt, statt im Kampf, ist auch wieder so ein Murks des Scripts und der kraftlosen Regie. Au Backe.

Die Schläger-Schergen sind überraschend prominent besetzt, Tong Tin-Hei charismatisch mit Glatze, T-Shirt, Sonnenbrille und Kettchen, darf er ein bissel prügeln, rumstehen und -gehen, und wird dann durch Dynamit-Explosion zerfetzt. Hätte man mehr draus machen müssen, einmal mehr. Wilson Tong wird mit ein paar Szenen abgespeist. Aber den Vogel schießt Sammo Hung ab: Ein paar Balgereien, und man erkennt ihn kaum wieder. Schlappkäppie, Bärtchen und diese Brille ala Willem Duyn (der "Little Eve" des 1970er Popduos "Big Mouth and Little Eve"), da schnallste ab! Au nein. Ohne Worte.

Die Gastakteure Chiang Nan und Chang Pei-Shan treten nach ebenfalls eher flauen Auftritten alsbals ab.

Die Damen kommen auch nicht so richtig gut weg. Shirley Huang als Gangsterbraut wider Willen. Nichtsagend und ohne Reiz, aber das Script ließ hier ja eh alle irgendwie hängen. Tutie Kirana, eine offenbar indonesische Actrice, agiert ebenfalls mit wenig Gehalt als zu Schützende von Sin Il-Ryong, und die Kuss-Szene ist eher peinlich.

Die einzige optisch attraktive Dame im Cast ist eine Actrice namens Rahayu Effendi, die eine Hotel-Besitzerin spielt. Rassig, reif, attraktiv, und ´unten rum´ offenbar ein ansprechendes "Fahrgestell". Die hätte ich mir ja anstelle Tutie Kiranas geschnappt, wenn ich Sin Il-Ryong gewesen wäre und es mir hätte aussuchen können.

Tja, "Kung Fu Killer" ist kein so guter Eastern. Die -leider hier verpuffende- Starpower, bemühte und prominente Darsteller, eine rassige Rahayu Effendi und wenige brauchbare KungFu-Szenen, rechtfertigen noch ein paar Gnaden-Punkte in meiner Bewertung.

3,5/10. Da hätte deutlich mehr rausspringen müssen. Der nächste Eastern bitte...

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