Review

Es ist mal wieder bezeichnend, dass ein Oscarpreisträger einen Streifen nicht nur aufwertet, sondern ihn gerade noch so rettet. Denn eine Buddy-Komödie, die allenfalls zwei, drei Schmunzler erzeugt, ist eigentlich nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Banjo-Spieler und Vegetarier Martin (Emile Hirsch) hat keine guten Erinnerungen an Mr. Gallo (J.K. Simmons), Geschäftsmann und Vater seiner Ex Ginnie (Analeigh Tipton), als er diesen bei einem Abendessen kennen lernte. Ein halbes Jahr später taucht Mr. Gallo unverhofft bei Martin auf, da sich Ginnie nicht meldet und unauffindbar scheint. Zögerlich willigt Martin ein, ihm bei der Suche quer durch LA zu helfen…

Simmons ist schlichtweg eine Bank. Der Mann bringt soviel Charisma mit, dass er gar nicht übermäßig performen muss und die Chose beinahe im Alleingang durchzieht.
Umso enttäuschender, dass sich die als Komödie konzipierte Erzählung als relativ humorfrei erweist. Aus den völlig unterschiedlichen Hauptfiguren hätte sich eine Menge Reibungspotential ergeben, ausgespielt wird hiervon nur wenig. Martin, der als Loser eher wenig zur Suche im nächtlichen LA beiträgt, sieht den zielstrebigen Mr. Gallo gewissermaßen als Vorbild, erweist ihm übermäßig Respekt und bestellt sogar ein rohes Steak, was für einen Vegetarier natürlich nicht ohne Konsequenzen bleibt. Gallo behält indes stets die Übersicht und das Geheimnis um seinen ominösen Job fällt sogar einigermaßen spannend aus.

So zieht das Gespann durch die Stadt, streift ein Restaurant, eine Bar, einen Yoga-Club und eine Diskothek, wobei man auf eher langweilige oder leicht nervige Figuren trifft. Zwar kommt es kurz zu eine Rauferei und letztlich zu einem Einbruch, doch von Action kann hier nicht die Rede sein. Auch beim Abklappern diverser Stationen wird kaum mit Situationskomik gearbeitet und obgleich ein paar Dialoge aufheitern, wartet man vergebens auf ordentliche Pointen. Demgegenüber punkten ein paar emotionale Einschübe zwischen Vaterkonflikt und Männerfreundschaft, was primär im letzten Drittel zu überzeugen und ein wenig zu kaschieren vermag.

Als Mr. Gallo, der grundlegend im Designer-Anzug unterwegs ist, plötzlich im pinkfarbenen Girly-Shirt dasteht, deutet sich an, was an absurden Szenen möglich gewesen wäre, doch diese Chancen bleiben weitgehend ungenutzt. So ergibt sich unterm Strich eine harmlose Suche mit einem durchaus unterhaltsamen und sympathischen Gespann, bei der die Humoreinlagen deutlich zu kurz kommen. Simmons ist super, Hirsch nicht schlecht, der Rest bleibt austauschbar.
5 von 10

Details
Ähnliche Filme