Review

Mit einem Minibudget von nur 7000 Dollar und größtenteils im Alleingang als Regisseur, Cutter Writer und Produzent konnte Robert Rodriguez nicht nur das Publikum von seinen Qualitäten überzeugen, der Film fand so großen Anklang, dass Columbia Rodriguez drei Jahre später ein Big-Budget anbot und er damit das Remake „Desperado“ finanzieren konnte. Doch hat er auch mich überzeugt?


Die Story:

Der gitarrespielende El Mariachi (zu deutsch: der Gitarrenspieler) kommt in ein mexikanisches Kaff und wird Opfer einer folgenschweren Verwechslung: Der Killer Monco, der wie El Mariachi ganz in schwarz gekleidet ist und dessen Markenzeichen ebenfalls ein Gitarrenkoffer ist, hat ein paar Leute auf dem Gewissen. Da der Boss dieser Leichen darüber äußerst unerfreut ist, hetzt er seine Leute auf ihn, als die allerdings Monco mit dem Gitarrenspieler verwechseln beginnen für El Mariachi die Probleme...

Die Geschichte ist wirklich mal was Anderes und kann durch sein raffiniertes Verwechslungsthema überzeugen. Für eine Länge von nur 78 Minuten ist aber selbst dieser gelungene Plot zu wenig und so wiederholen sich einige Verfolgungsjagden und Szenen des Öfteren.


Die Darsteller:

Alles unbekannte die größtenteils aus Rodriguez´s Bekanntenkreis stammen. Dennoch spielen Alle ihre Rollen glaubhaft und kommen überzeugend rüber. Einige Darsteller waren sogar mit so viel Überzeugung dabei, dass sie sogar bei einigen Stuntszenen mithalfen.


Die Kameraarbeit:

Dem Film wird vor Allem durch seine furiose Kamera, von der es anscheinend nur eine Einzige gab, ein ungeheures Tempo verliehen. Manche Kamerafahrten und Einstellungen sind sehr gut umgesetzt worden und verleihen dem Film einen recht witzigen Touch. Auch durch die rasante Schnittarbeit wird der Film noch mal ein ganzes
Stück schneller. Nur in einigen Szenen ist die Unerfahrenheit Rodriguez zu sehen, wenn zum Beispiel die Kamera mitten in einer festen Einstellung noch ein Stückchen sichtbar zur Seite schwenkt um die Szene besser einzufangen.


Die Musik:

Musikalisch gesehen wird mit ruhigen Gitarrenklängen der Film gut bedient. Leider geht bei aller Rasanz die Musik in manchen Szenen merkbar unter, da sie nicht immer passend ist.



Fazit:

Rodriguez hat es nicht nur geschafft, seinen Film trotz des niedrigen Budgets viel teurer aussehen zu lassen, er hat auch noch einen furiosen, harten und in einigen Szenen witzigen Debutfilm hingelegt. Die Darsteller sind zwar keine Oscaranwärter aber waren allesamt mit viel Herzblut dabei. Negativ fallen, neben dem zu dünnen Plot, der eigentlich für einen Kurzfilm ausgereicht hätte, die manchmal recht laienhafte Kameraführung auf. Trotzdem ist ein solider und überraschender Actionthriller entstanden, der Kult kam aber erst mit „Desperado“, dessen Weg sich Rodriguez selbst mit diesem Film geebnet hat.

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