Robert Rodriguez' hochgejubeltes Regiedebut überzeugt eigentlich nie.
Man merkt ihm in jeder Sekunde an, dass ein Autodidakt am Werk ist, der noch herumexperimentiert. Man sieht in jeder Einstellung, dass der letzte Schliff noch nicht vorhanden ist, Schnitte sind sehr stümperhaft, so dass manche Sequenzen, die wenn meisterhaft inszeniert cool sind, einfach nur lächelrich wirken - und damit ist unfreiwillig komisch gemeint.
Die Schauspieler nehme ich mal von der Kritik aus, da dies ja wie gesagtein Debutfilm ist und man eigentlich nicht so hohe Erwartungen in ihn setzen sollte.
Auch von daher betrachtet ist El Mariachi kein schlechter Film, er versucht die guten Italo Western mit mexikanischem Mythos zu mischen, und dafür macht er seine Sache recht gut.
Dass die Musik schlecht ist, und jegliche Action-Sequenz eigentlich als schlechter Witz, den jede thailändische Sketch-Show besser hinkriegt, total versagt, verzeiht man dem Film wirklich nur zu gern.
Auch dass Robert Rodriguez ein unheimlicher Filmfan ist, merkt man sofort.
Aber Filme zu lieben und ihnen mit Trash-Filmen wie El Mariachi zu huldigen - was ja anund für sich schön ist - bedeutet nicht zwangsläufig, dass man Talent hat. Und wenn dann auch noch irgendwie falsches Kultgehabe um einen Film betrieben wird wie hier, dann stimmt da erst recht was nicht.
Bleibt also festhalten: Solider Billig-Film mit nettem Billigkeitsfaktor, kein Kultfilm, finito.
Und wieso wird Roibert Rodriguez überhaupt plötzlich von Hollywood jede Tür geöffnet und wieso wird er hofiert? Das erschließt sich mir nicht wirklich, es gab mit Sicherheit Regiedebutanten mit besseren Erstlingen und die haben es nie soweit gebracht wie Rodriguez.
5 Punkte