Einen abendfüllenden Action-Film für gerade mal schlappe 7000 $ zu produzieren ist bereits ein wahrhaft rühmenswertes Kunststück; sogar dann, wenn familiy & friends selbstlos eingesprungen sind und diverse Aufgaben vor und hinter der Kamera übernommen haben. Über diese Kunst, mit wenig Kohle viel Film herzustellen, berichtet Regie-Rowdy Robert Rodriguez ja auch ausführlich im Audiokommentar der empfehlenswerten Doppel-DVD El Mariachi / Desperado
Was dem an sich zugeneigten Rezensenten beim Wiedersehen aufgefallen ist, sind die vielerorts eingestreuten technischen wie inhaltlichen Gimmicks (Zeitraffer, Zitate, eine Traumsequenz mit Wachskopfpuppe von Rodriguez himself and many more), so daß man hier schon von einer Genre-Parodie ausgehen muß, welche wertungsmäßig belohnt wird mit 6/10.
Fortsetzung 1: Was auf den ersten Blick als thematisch 1:1 anschließendes Remake erscheint, entpuppt sich im Falle von Desperado als kein wirkliches Remake, da Story, Besetzung (Salma Hayek vor ihrem satanischen Durchbruch in From Dusk Till Dawn) und Ausstattung zum Teil gänzlich andere Wege gehen. Mit ein wenig mehr Geld ist es gelungen, ein weit über den Durchschnitt liegendes Rache- und Action-Movie zustande zu bringen, das zudem sogar situationswitzig und - speziell die Schießereien betreffend - glänzend choreographiert daherkommt. Eine signifikante Steigerung also auf 7,5/10.
Fortsetzung 2: Da zuviel Geld nur verderben kann, breiten wir über das wirklich teure Sequel Once upon a time in Mexico den Mantel des raschen Vergessens. Manche Regiesseure sind halt nur unter chronischer Geldknappheit kreativ, und wie es scheint, zählt ausgerechnet Publikumsliebling Robert Rodriguez zu ihnen. So leid es auch tut: allerhöchstens 2/10.