Robert Rodriguez' Regiedebüt "El Mariachi" wurde mit einem äußerst mageren Budget gedreht. Dennoch ist das Ergebnis, auch wenn es noch Meilen von der Qualität eines "Desperado" entfernt ist, respektabel. Rodriguez' skurriler, humorvoller Inszenierungsstil flammt hier bereits auf. So werden in die sowieso schon amüsante Verwechslungsstory einige kleine Gags eingebaut. Man denke nur an die Szene, in der die Keyboardkünste vorgeführt werden. Aber auch die Kameraarbeit bietet Einstellungen aus interessanten Blickwinkeln und ist durchaus typisch für den Kultregisseur. Dazu kommen noch beschleunigte Szenen, um gewissen Situationen Humor zu verleihen sowie im Gegensatz dazu Zeitlupensequenzen bei Einschüssen, um die nicht sonderlich spektakulären Schießereien etwas peppiger zu gestalten.
Ein staubig mexikanisches Flair, passende lateinamerikanische Klänge und eine abgeklärte Ausstrahlung des Drogendealers Azul sind weitere Pluspunkte des Budgetminimalisten. Doch das sind dann schon fast alle Vorzüge von "El Mariachi". Die Dialoge werden entweder zu sehr ausgewälzt oder von lähmender Wortkargheit beherrscht. Das Mittelmaß zwischen beidem hat man selten gefunden. Hinzu kommen die kaum überzeugend spielenden Darsteller. Man merkt, dass hier keine Salma Hayek und kein Antonio Banderas agieren, die ihren Figuren in "Desperado" wesentlich mehr Ausdrucksstärke verleihen als die wenig talentierten Laien in "El Mariachi". Nur der den Gangster Azul verkörpernde Reinol Martinez macht mit seiner bereits erwähnten Coolness eine ganz ordentliche Figur.
Robert Rodriguez überzeugt hier trotz des geringen Budgets bereits mit seinem oftmals mit Humor versehenem Inszenierungsstil. Erstaunlich experimentierfreudig ist die Kameraarbeit. Ausdrucksschwache Darsteller und einige auftretende Storyschwächen trüben allerdings das Gesamtbild.