Review

Mexican Stand-Off zum Sparpreis 


Mit seinem Regiedebüt „El Mariachi“ hat Robert Rodriguez aus 5000$ als junger Kerl vielleicht mehr herausgeholt, als je ein anderer Filmemacher. In dem Indie-Actionkracher kommt ein einsamer Mariachi in ein mexikanisches Kaff und sucht nach einem Job - nur um dann zwar diesen (und die Liebe) in der Bar ein tollen Frau zu finden, gleichzeitig allerdings in eine tödliche Verwechslung mit einem Killer und Gangster zu geraten, der ähnlich gekleidet in seinem Gitarrenkoffer allerdings Waffen statt das Musikinstrument trägt... 

Früher sah ich „El Mariachi“ fast eher als Zusatzmaterial zum wesentlich lauteren, spektakuläreren, teureren, bekannteren und beliebteren „Desperado“. Da war ich allerdings noch jung und viel zu oberflächlich. Umso mehr man sich nämlich mit der Kunstform Film beschäftigt, desto beeindruckender und wichtiger wird dieses einzigartige Erstlingswerk. Gerade wegen (oder trotz) seines laienartigen Styles und seiner sympathisch-nahbaren Attitüde bleibt dieser Amateurshooter hängen. Hier kann man mal nicht von großartigen Schauspielern oder (zumindest an Hollywood gemessenen) faszinierenden Choreographien sprechen, anders als beim Nachfolgern (oder sogar teilweise beim dritten, unterschätzen Teil der losen Trilogie). „El Mariachi“ punktet eher mit Charme, Chuzpe, Charakter und Einfallsreichtum, mit Authentizität und dem unbedingten Willen, gegen alle Widerstände und Einschränkungen, etwas unmittelbar Mexikanisches, Cooles und Einzigartiges abzuliefern. Was gelingt. Irgendwie dann doch spektakulär und groß. Auf seine eigene Art und Weise. Irgendwo zwischen Tarantino und... eben Rodriguez. Wie er leibt und lebt, wie er schießt und dreht, wie er fühlt und was er liebt. Einen solchen, wilden Mexikaner hatte Hollywood zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht. Und er wurde dringend gebraucht. Eine simple Geschichte über Musik, Liebe und Rache in Mexikos Hinterland und Herz - fantastisch! 

Fazit: gut und günstig - einer der lässigsten, coolsten Do-It-Yourself-Filme, die je gemacht wurden. Robert Rodriguez empfiehlt sich mit Nachdruck für mehr und macht seinem Namen + Land alle Ehre, macht jedem Nachwuchsfilmemacher ohne Kohle sehr viel Mut und Spaß! 

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