Review

Ehrlich gesagt ist es mir ein Rätsel, was den unheimlichen Reiz von Robert Rodriguez Debütfilm „El Mariachi“ denn nun ausmachen soll.
Natürlich ist es eine ansehnliche Geschichte mit einer Menge Schießereien, doch es kommt einem vor, als würde bei dem Film vielmehr honoriert werden, daß das alles für eine Handvoll Dollar (sprich: ein paar tausend) realisiert wurde. Darauf fahren Fans natürlich ab, nur leider ist das alles nicht so berauschend, wenn man sich das als gewöhnlicher Filmfan betrachtet.

Die Story wirkt zwar ordentlich ausgearbeitet, aber holprig in Szene gesetzt. Das Filmmaterial gibt dem Plot zwar einen höchst realistischen Anstrich, wirkt aber gleichzeitig wie ein Wochenendprojekt von ein paar Freaks.
Die Darsteller sind zwar weitestgehend motiviert, aber das sagt traurigerweise nichts über ihr Talent in diesem Medium überhaupt mitzuspielen.
Immerhin ist erkennbar, daß Rodriguez Talent hat und die Fähigkeit, seinen eigenen Drive (und den entsprechenden Gewaltlevel) auf Zelluloid (oder Video) zu bannen.

Natürlich ist das für einen No-Name-Filme (damals) ein überraschend professioneller Film, sieht man sich jedoch sein eigenes Quasi-Remake „Desperado“ drei Jahre später an, wird man bei „El Mariachi“ schmerzhaft daran erinnert, wie laienhaft das alles war.


Alles in allem ein robuster Einstieg, mit unbestrittenem Talent, doch neutral betrachtet, schnell gealtert und nur zur Vervollständigung der Kenntnisse zu goutieren. (5/10)

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