Review
von Stefan M
Staffeln 1-3
Christian Ulmen und Fahri Yardim verkörpern Christian Ulmen und Fahri Yardim in „jerks.“, dessen Titel anstatt des Punktes eigentlich mindestens ein Ausrufezeichen verdient hätte, wenn man bedenkt, dass sie seit nunmehr drei Staffeln und insgesamt 30 Folgen Trottel ohne jede Lernfähigkeit sind.
Das Konzept der Serie ist der dänischen Serie „Klovn“ entliehen und gibt es hierzulande in ähnlicher Form bereits mit „Pastewka“, nur gehen Ulmen, der hier gleichzeitig Regisseur ist, und sein Drehbuchteam noch ein paar Schritte weiter und siedeln die Gags mit Vorliebe weit unterhalb der Gürtellinie an, auf dass sich auch das Publikum vor Fremdscham in seinem Sessel krümme und dabei eingehe. Körperflüssigkeiten (egal ob Sperma und Pisse) und Exkremente (egal ob Kotze oder Scheiße) sind vor „jerks.“ ebenso wenig sicher wie Sexismus, Behindertenfeindlichkeit und Rassismus. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit machen sich Ulmen und Yardim zum Affen, indem sie gegenüber ihren Verwandten und anderen Mitmenschen wegen nicht selten nichtiger Anlässe zu garantiert später auffliegenden Ausreden und Notlügen greifen und damit jede Situation nur noch schlimmer machen.
Das größte Problem der Serie ist, dass Ulmen und Yardim nicht einfach nur Trottel sind – sie sind Arschlöcher. Früh setzt Ermüdung ein, und die Frage, warum ich Folge für Folge Arschlöchern beim Arschlochsein zuschauen sollte, drängt sich mehr und mehr auf. An keiner Stelle kommt Mitgefühl für das Duo auf, das sich in peinlichen Eskapaden verliert und dafür Denkzettel noch und nöcher erhält, ohne dass es sie interessieren würde. Nur Krawall-Komik und Grenzüberschreitungen zählen – und das ist mir persönlich zu wenig.
Langfristige Konsequenzen zu befürchten haben die Herren dabei nicht. Ulmen wird zwar in der zweiten Staffel von seiner Freundin verlassen (und das nicht etwa, weil er den Tod einer Freundin auf dem Gewissen hat, sondern weil er fremdgegangen ist), nur um sie über kurz oder lang wieder in seine Arme zurückkehren zu lassen. Mir ist schon klar, dass viele Serien ohne Wiederherstellung des Status quo nicht funktionieren würden, aber selten frustrierte mich diese Tatsache so sehr wie bei „jerks.“. Logisch sollte man also bei der Sichtung lieber nicht herangehen, weil man sonst auch nicht umhin käme, die Lebensgefährtinnen von Ulmen und Yardim für ihre Nachsicht ebenfalls in die Riege der titelgebenden Trottel einzureihen. Aber vielleicht ist ja auch genau das Absicht?
Eher ungewöhnliche Gaststars wie Arne Friedrich, Raul Krauthausen oder Marcel Reif können da auch nicht viel retten. Wichtiger wäre da schon Charme, der die Serie für mich erträglicher machen würde, aber der steht bei den Machern beim Drehbuchverfassen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht auf der Liste. Für mich eher "assholes!" als "jerks.". 4/10.