Mit dem Schattenmann hätte es ein wenig in Richtung des PC-Spiels „Slender“ gehen können, zumindest was einige alternative Cover mit dünnem Mann mit Hut vor einem dichten, düsteren Wald suggerieren. Doch das Regiedebüt von Joshua Fraiman mäandert die meiste Zeit vor sich hin, bis die letzten fünf Minuten den Schlummerzustand beenden.
Fotografin Rachel (Sarah Jurgens) macht eine harte Zeit durch, denn sie besucht die anonymen Alkoholiker, ihr Mann Scott (Nick Baillie) ging fremd und dann ist da noch der Schattenmann, der Hat Man, der Rachel offenbar nicht nur in ihren Träumen verfolgt.
William (Adam Tomlinson), Part der Selbsthilfegruppe, machte ebenfalls Bekanntschaft mit dem Schattenmann, welcher nun versucht, die düstere Erscheinung um Rachel zu ergründen…
Es ist über weite Teile ein Ehedrama, welches uns Fraiman hier auftischt. Es gibt zahlreiche Alltagsszenen einer dysfunktionalen Beziehung, in der Scott stets bemüht wirkt und Fehler auszubügeln versucht, während Rachel auf Distanz geht und sehr passiv erscheint, was den Zugang zu ihrer Figur erschwert. William als drittes Rad am Wagen ist der leicht soziopathisch wirkende Nerd, der zahlreiche Zeitungsartikel an einer Pinnwand befestigt hat, wie es in den Achtzigern nur Ermittler oder Verschwörungstheoretiker vollzogen.
Seine Versuche, das Phänomen der Schattenwesen zu erklären, driften ins Groteske ab, einschließlich einer amüsanten Evolutionstheorie.
Lustig ist hier ansonsten nichts, denn es herrscht über weite Teile Ereignislosigkeit mit viel Gelaber um wenig, während das Übersinnliche fast gänzlich untertaucht. Entsprechend sind kaum Effekte auszumachen, erst während des Showdowns manifestiert sich der Titelgebende mittels drittklassiger CGI, was dem Geheimnisvollen die letzte Substanz raubt.
Die spärlichen Gewaltspitzen sind an dieser Stelle kaum erwähnenswert.
Die minimalistische Herangehensweise scheitert in nahezu allen Belangen. Nur darstellerisch wird größtenteils überzeugend performt, primär Sarah Jurgens nimmt man diverse Schicksalsschläge jederzeit ab, während Tomlinson als Verrückter ebenfalls zu überzeugen vermag, was vielleicht daran liegt, dass er sich seine Figur als Autor des Ganzen quasi zurechtgeschustert hat.
Kamera und Schnitt arbeiten ebenfalls brauchbar, doch diese positiven Ansätze können gegenüber einer spannungsfreien Geschichte ohne jeglichen Nervenkitzel nichts ausrichten.
So werden viele Theorieansätze in die Runde geworfen, doch keine davon wird zureichend ausgearbeitet, manche bleiben nach kurzem Anreißen völlig auf der Strecke. Etwaige Hintergründe bleiben ungeklärt, viele Metaphern laufen ins Leere und am Ende überwiegt der Eindruck, dass der Streifen binnen kurzer Zeit abgedreht wurde, ohne das Drehbuch noch einmal zu überarbeiten, - oder gar fertig zu stellen.
Heraus kommt ein belangloser Mix aus Drama und austauschbaren Gruseleinlagen, der weder mitreißend, noch kurzweilig ausfällt.
3,5 von 10