Wenn eine Dritte den Exmann heiraten will...01.08.2018
Wir befinden uns im großen Reich der generischen Thriller.
Tess ist seit langem von ihrem Mann David geschieden, doch über die gemeinsame Tochter nach wie vor mit ihm verbunden. David nun gedenkt Julia zu ehelichen, und diese zieht auch in sein Haus ein. Nun könnte eine Liebeskomödie folgen, wenn sich Julia als die falsche Zweitfrau entpuppt, und das wäre angesichts des hohen Wertes der Familie im US-Kino durchaus eine denkbare Möglichkeit. Aber nein, Tess will ihren Ex zwar wieder, der indes hält an Julia fest...und so muß das Geschehen eskalieren. Tess wendet perfide Mittel an, um das neue Glück zu zerstören, aber irgendwann, als auch noch Julias gewalttätiger Ex auf der Bühne erscheint, ist es genug...
Das alles ist von der esten Sequenz an, in der uns Tess präsentiert wird, absolut vorhersehbar und damit auch wenig spannend. Die Regie füllt die Laufzeit mit dem einen oder anderen Buh-Moment, präsentiert uns aber ansonsten eine duckmäuserische Julia, was so gar nicht zu deren Auftreten im ehemaligen Job paßt. David wiederum findet eigentlich gar nicht statt, auch er läßt die Aktionen von Tess zumeist kommentarlos im Raum stehen, statt eindeutig Position zu Julia zu beziehen. Und so plätschert das Treiben dahin, erklärt wird wenig, was die Hintergründe des Personals betrifft – und daher wirkt auch das Ende, als es ein klein wenig zu Sache geht, wie hingeklatscht.
Spannung also ist Mangelware, was an sich ja schon das Todesurteil für einen Thriller bedeutet. Leider sind auch die darstellerischen Leistungen nicht großartig, die Inszenierung weitgehend solide und ohne viel visuelles Geschick. Es ist halt einer jener Filme, die man sich nach einem harten Arbeitstag ganz gerne ansieht...schöne Location, hübsche Häuser, kaum Nachdenkenswertes, nicht zu lang das ganze...kann man also einfach mal gucken, um den Film sogleich wieder zu vergessen. Eines aber ist sicher: mit Frau Heigl möchte man nicht verheiratet sein...in Summe somit 6/10.