Review
von Leimbacher-Mario
Schneemobilschocker mit Kaminfeuerflair
In diesem verschneiten Horrorfilm der zwischen '89 und '93 verstreut auf die Welt der Videotheken losgelassen wurde, kommt eine Gruppe von Pärchen nach einem leichtsinnig-bierseligen Unfall mit den Schneeschlitten in einer abgelegenen Hütte voller religiöser Zeichen unter, wo sie ihren am Kopf verletzten Freund aufpäppeln wollen. Doch eine teuflische Macht kommt ihnen dazwischen…
„Evil Dead“ meets „Wrong Turn 4“
Egal ob man „The Chill Factor“ noch als Kind der 80er ansieht oder schon Sensibilitäten und Effekte des darauffolgenden Jahrzehnts entdeckt - für mich hat er best of both worlds und kann nur als handfeste Überraschung festgehalten werden. Positive, versteht sich. Das verschneite Campfeeling ist noch lange nicht so abgenutzt wie das sommerliche. Die Charaktere sind zwar typische Schablonen des Genres - aber sie funktionieren hier erstaunlich gut. Es ist Camp, es ist Trash, es ist Quatsch mit Sauce, es ist Fun. Die Mädels sind heiß wie Frittenfett und haben zudem noch ein nettes Augenzwinkern drauf. Die Kills erinnern ein wenig an „Final Destination“ und sind genauso im Okkulten wie im Slasher zuhause. Der Score klimpert schön unangenehm wie zarter Hagel aus der Hölle. Und die ordentliche Sledmobilaction kann auch was. Das reicht mir um mich positiv (überrascht) zu stimmen.
Fazit: atmosphärischer und ungewöhnlich kühler „Campslasher“, der immer wieder positiv Kurven schlägt und bei der Stange hält. Vom Setting über die okkulten Abbiegungen bis zu den gar nicht mal üblen Figuren. „The Chill Factor“ kriegt von mir einen frostigen Daumen hoch - erst recht an eiskalten Winternächten!