Review
von Leimbacher-Mario
Grosswildjägerei
„Happy Hunting“ behandelt latent Alkoholismus und Einwanderung vor einem künstlerisch mal anspruchsvollem, mal fast schon etwas trashigem Hintergrund. Ein abgewrackter Drogenverkäufer wird in eine jährliche Hetzjagd im Wüstengrenzland kurz vor Mexiko gezogen - und kämpft dabei nicht nur gegen gut ausgestattete Psychokiller, sondern auch gegen seinen inneren Schweinehund und Überlebenswillen...
Natürlich erinnert „Happy Hunting“ etwas an „Carnage Park“, „The Purge“ oder „The Domestics“ - ist dabei aber wesentlich geradliniger und gekonnter (zumindest als der erstgenannte Vergleichstitel). „Happy Hunting“ befindet sich im Grenzland der Staaten und der Genres, „Horror“ in der Wüste hat immer etwas Hypnotisch-Einsames, die gesellschaftspolitischen Themen rücken nie zu sehr in den Vordergrund, können vom Zuschauer bei Interesse aber dennoch genug abgegrast werden. Einige harte Ausschläge werden auch Gorehunde einigermaßen zufriedenstellen und es gibt etliche wirklich feine Shots, die für Atmosphäre und Staunen sorgen. Allein die Farbpalette ist schnieke genug. Das Tempo überschlägt sich vielleicht hier und da, außer der Hauptfigur lernt man niemanden näher kennen, alles bleibt eher Oberfläche statt wirklich tief zu gehen und weh zu tun, oft wirkt das etwas gehetzt und stolpernd. Dennoch hatte ich meinen Spaß mit dieser wüsten Wüstenverfolgung.
Fazit: trocken, pulpig und brutal. „Happy Hunting“ ist ein klassischer B-Survival-Thriller der ruppigeren und unterhaltsameren Sorte. Nur leider hat er trotz Fuß au'm Gaspedal auch viel Leerlauf, wenig Wirkliches zu sagen und er stirbt teilweise in Stil. Dennoch: oft genug grausam-gallige Genreware auf den Spuren der 70er, der Bahnhofskinos, der Mad Maxe und Punishment Parks.