Für einen Einstieg in Sachen Chiba kann ich den Film nicht empfehlen. "In der Höhle des schwarzen Panthers" ist ein Sonderfall, der als Prügel-Actionstreifen recht viel Spaß machen kann, als Chiba-Film jedoch etwas enttäuschend ist. So steht Moya Mushi (Sonny Chiba) beispielsweise nicht im klaren Zentrum der Handlung.
Bangkok: Die Eltern von Moya Mushi werden von Mitgliedern des Drogenkartells getötet, worauf er Rache schwört und Schüler des Karatemeisters Yin Chin Kan wird. Nach 20 Jahren harten Trainings wird der Meister von einem anderen Schüler mit dem Namen Sam Wan getötet. Moya Mushi stellt den Täter, der nun Boss des Drogenkartells geworden ist, kommt gegen diesen jedoch nicht an. Der schwer verletzte "Held" wird von einer in der Heilkunst geübten Frau gepflegt. Dort wird er mit einem Elektroschockgerät, das an die Extremitäten angeschlossen wird, aufgepeppelt. Gerade dieses Gerät missbraucht er schließlich, um seine Schnelligkeit zu steigern, um gegen Sam Wan doch bestehen zu können. Der Gebrauch des Gerätes verursacht jedoch große Schmerzen, die Moya Mushi nur mit Drogen kontrollieren kann. (Das ist doch mal ein "Held", der durch Einzigartigkeit auffällt und Spaß macht!)
Parallel dazu vollzieht sich ein weiterer Handlungsstrang um zwei Brüder, die lange Zeit voneinander getrennt waren und in Bangkok wieder aufeinander treffen. Einer von ihnen ist Rauschgifthändler aus Hongkong, der mit dem Drogenkartell in Bangkok jedoch trotz eines geplanten Handels Probleme bekommt. Im Rahmen dieser "Meinungsverschiedenheiten" wird dieser von seinem Bruder (Chun Kan), einem verdeckt arbeitenden Drogenfahnder, gerettet. Chun Kans Tarnung fliegt auf und nun ist es Zeit für seinen Bruder, den lange vermissten Verwandten zu retten. Dies bezahlt er jedoch mit seinem Leben, was natürlich gerächt werden will.
Moya Mushi und Chun Kan, der etwas auf Bruce Lee macht, treffen schließlich aufeinander und beschließen eine Insel (die "Höhle des schwarzen Panthers"?), auf der sich der "Oberbösewicht" Sam Wan aufhält, zu stürmen. Dort räumen die beiden gewaltig auf (wobei sie auch auf Bolo Yeung treffen), bis ein gelungenes Finale folgt, das schon recht originell ist.
Der Film wirkt stellenweise sehr holprig inszeniert, was den Zugang insbesondere in den ersten Minuten etwas erschweren kann. Die Handlung zieht sich stellenweise auch etwas. Ich hatte das Gefühl, als sei es das Ziel gewesen, eine düstere Atmosphäre aufzubauen, was ich bis zum Schluss jedoch nur in Ansätzen verspüren konnte. Dazu ist vielleicht die zeitliche Distanz zu groß, da die charmanten Frisuren und Klamotten doch etwas ablenken.
Nette Ideen beinhaltet der Film auf jeden Fall. So könnte McGyver beispielsweise von Chun Kan lernen, wie man aus einem Bindfaden, dem eigenen Ellenbogen und einem kleinen Stöckchen eine passable Schusswaffe machen kann (okay, McGyver würde es nicht lernen wollen, da er ja gegen Gewalt ist).
Die Kampfszenen sind gut, auch wenn sie nicht so krachen wie die in den japanischen Karate-Chiba-Filmen. Die Zeitlupe wirkt in ihrem Einsatz sehr gut und steht damit in einem merkwürdigen Kontrast zur bereits erwähnten holprigen Inszenierung.
Ein spaßiger Film, der seine positiven aber auch negativen Eigenarten besitzt. Man sollte dem Streifen eher mit einer allgemeinen B-Movie-Erwartung (nicht abwertend gemeint) begengnen und weniger mit einer Chiba-Vorfreude.