Review

Ein Film, der die Welt ein Stück besser macht

"Wunder" ist ein unfassbar berührendes Drama über das erste richtige Schuljahr eines süssen Jungen, über seine Familie, Freunde, Lehrer und Erfahrungen. Wäre recht lahm, sähe der kleine Augie nicht ein wenig anders aus als "normale" Menschen... "Wunder" ist für mich tatsächlich ein kleines Wunder. Vielleicht der "The Elephant Man" dieser Generation. Lange habe ich im Kino nicht mehr dermaßen ungeniert geweint. Über Kleinigkeiten, über hässliche Dinge, über schöne Dinge, über alltägliche Momente und außergewöhnlichen Mut. "Wonder" hat eine Kraft, die dazu inspirieren kann, ein besserer, freundlicherer und mitfühlenderer Mensch zu sein. Und diese tiefgreifende Power haben nur die allerbesten Filme. Er geht mit gutem Beispiel voran. Von der Oma bis zum Grundschüler bietet Augies fünftes Schuljahr für jeden eine bereichernde Erfahrung. Ein echter Familienfilm, der kein Auge trocken lässt. Grundschulen könnten ihn ohne zu zögern in den Lehrplan mit aufnehmen.

Für manche mag das zu kitschig, zu rein, zu positiv oder unrealistisch sein. Doch genau das darf, ja muss Kino auch mal. Erst recht, wenn es dabei so bezaubernd und inspirierend ist wie hier. Leuten, die "Wunder" von ganzem Herzen nicht mögen, und davon wird es hoffentlich/zum Glück nicht allzu viele geben, kann man wohl nur noch schwer helfen. So wie eigentlich nur einer Person im Film, der Mutter des kleinen Bully. Für mich klopft "Wonder" sofort an der Liste meiner Lieblingsfilme und ich bin sicher, dass ich ihn mir noch oft angucken werde. Lachen, Weinen, Lernen - nach dieser emotionalen Achterbahnfahrt hat man genug an die Hand bekommen, und das nur ganz selten wirklich kitschig oder predigend, um sich selbst und damit auch die Welt und vor allem das Leben anderer etwas angenehmer und schöner zu machen. "Wunder" wirkt lange nach und bietet starke Aussagen und sogar vorbildliche Lösungen zu Themen wie Toleranz, Mobbing und vor allem Empathie anderen, vielleicht auf den ersten Blick seltsam wirkenden Menschen gegenüber. Getragen von einem beeindruckend Jacob Tremblay, dem vielleicht jetzt schon besten Kinderdarsteller, den die Welt bisher gesehen hat, hätte der Film von mir aus sogar noch ein paar Extrarunden fahren dürfen. Denn obwohl er fantastisch vielen Nebenfiguren erstaunlichen Raum gibt und nie nur schwarz oder weiß malt, wirkt er für mich zu keinem Zeitpunkt überladen oder von der Strecke abgekommen. Ganz im Gegenteil. Er schließt den Kreis eines Schuljahres am Ende perfekt und entließ das komplette Kino mit einem herzlich warmen Gefühl.

Fazit: "Wunder" macht seinem Namen alle Ehre und ist ein Tränendrücker, Weltverbesserer, Zuckerwattedrama, Indiedarling, Gutmenschfilm, Feel-Good-Movie, Familientraum - und das alles im besten, positivsten Sinne. Wem das gegen den Strich geht, der steht für mich auf der falschen Seite und der sollte mal seinen Puls fühlen.

Details
Ähnliche Filme