Review
von Leimbacher-Mario
Rasierklingen gefüllt mit Süßigkeiten
„Ernest Scared Stupid“ kann man als Kinderquatsch und billigen „Grusel“-Cash-In der Ernest-Reihe abtun. Aber das würde diesem (ganz klar eher für die Kleineren konzipierten) Halloweenhappen, der gerade in den Staaten schon fast zum Oktobergrundkurs gehört, nicht ganz gerecht werden. In seinen besten Zeiten erinnert mich Jim Varney hier an Jim Carrey oder PeeWee, der Film mich an eine Mischung aus „Troll“ und „Killer Klowns From Outer Space“ gepaart mit einem Halloweenouting für den Disneychannel. Ein Einsteigermonstermovie mit Charme, Fantasie, Schleim, Milch und Unschuld. Erzählt wird vom trotteligen Ernest, der tollpatschig wie er nunmal ist einen alten, mächtigen Zaubertroll zum Leben erweckt, der an Halloween die Kinder in Holzpuppem verwandelt…
Troll 3? Trolle trollen?
Einen der anderen Ernest-Filme kenne ich nicht - „Ernest Scared Stupid“ gefällt mir und dem neunjährigen Jungen in mir aber dennoch gut. Nicht überragend, dafür lachte oder zumindest schmunzelte meine erwachsene Seite dann doch deutlich zu wenig. Aber mit den richtigen Erwartungen und Zielpublikum im Kopf kann man dieser naiven Blödelei kaum böse sein. Die durchaus ernst gemeinten Monstermoviewurzeln sind nicht nur durch den feinen Vorspann unübersehbar. Die schleimig-warzigen Kostüme und Masken der Trolle sind lächerlich und eklig zugleich, funktionieren bei den zartbesaiteteren Zuschauern tadellos. Jim Varney von der Leine gelassen samt Verkleidungen und Filmzitaten ist eine Sehenswürdigkeit. Die finale „Schlacht“ ist irgendwas zwischen chaotisch und episch, selbst wenn die Auflösung deutlich zu simpel und (selbst für diese Verhältnisse) bescheuert geraten ist. Insgesamt nichts ganz, aber von allem etwas. Eine gemischte Tüte Banales.
Fazit: dumm, blöd, kindisch, selten wirklich komisch, noch seltener schaurig und jetzt schon etwas angestaubt - und dennoch unheimlich sympathisch. Muss man erstmal schaffen!