Es gibt wohl nur wenige Filmemacher, die wunderbare Geschichten über einfache Menschen erzählen können, die in hochglanzpolierten Hollywood-Filmen höchstens als Statisten auftauchen. Die ist auf der einen Seite sicherlich der Brite Ken Loach, auf der anderen Seite ganz bestimmt der Finne Aki Kaurismäki.
Ähnlich wie in seinem 80er-Wrerk „Ariel – Losers“ schildert der Regisseur auch hier eine kleine Geschichte von Leuten am Rande des Existenz-Minimums. Trotz der Trost- und Ausweglosigkeit der Situation findet Kaurismäki noch genügend Platz für skurrile Figuren und trockenen Humor, die seine Werke bis jetzt immer ausgezeichnet haben. So lässt er die namenlose Hauptfigur nach seinem Gedächtnisverlust bei einer verwahrlosten Familie unterkommen, obwohl sie für sich selbst nicht mal genug Geld zum überleben haben. Nach wenigen Tagen und Wochen der Eingliederung in die Zivilisation kann sich die Hauptfigur den Traum von einem eigenen Zuhause erfüllen und pflanzt inmitten von Müllbergen und Schrottplatz-Atmosphäre seine Kartoffeln an. Abseits von „Big Brother“ zeigt dieser Film, dass das Leben im Container mit Kühlschrank, Matratze und Music-Box (!!!) auch seine schönen Seiten hat. Das Glück scheint perfekt, als er sich daraufhin in die Heilsarmee-Arbeiterin verliebt ...
Sicherlich, man muss die Werke von Kaurismäki mögen und Sinn für die einfachen Geschichten des Lebens haben. Aber wer sich darauf einlässt, erlebt einen wundervollen Film mit einer einfühlsamen Story und begnadeten Schauspielern. Es ist geradezu phänomenal, wie der Finne mit Mini-Budget und einfachsten Mitteln derart große Geschichten zu erzählen vermag. Dafür gebührt ihm sehr großer Respekt und meine Anerkennung!