Ashton Kutscher spielt einen jungen Radiomodoratoren, der sich Hals über Kopf in eine angehende Kunsthistorikerin, gespielt von Brittany Murphy, verliebt. Die beiden beschließen innerhalb weniger Wochen zu heiraten, müssen aber auf der Hochzeitsreise feststellen, dass sie vielleicht doch nicht so gut zusammenpassen, wie sie dachten und die geplante Traumreise wird für die beiden zum Alptraum.
Mittlerweise ist man 0815-Teenie-Komödien mit stereotypen Handlungsmustern und absolut vorhersehbaren Wendungen mehr als satt und auch "Voll verheiratet" leistet keinen wirklich neuen Beitrag zum Genre. Unterhaltsam ist der Film über die volle Laufzeit, mehr ist aber definitiv nicht drin. "Voll verheiratet" beginnt bereits mit einem bisschen Slapstick-Humor und mit Pleiten, Pech und Pannen von Kutscher und Murphy. So, oder so ähnlich geht es dann auch weiter. Ein bisschen Fäkal- und Sex-Humor, der aber noch im Bereich des guten Geschmacks liegt, solider und amüsanter Slapstick, sowie ein paar ganz nett servierte Klischees von Männlein und Weiblein, machen den Film durchaus unterhaltsam und lassen den soliden Unterhaltungswert zu keinem Zeitpunkt sinken.
Die Story ist der letzte Müll und ist leider sehr vorhersehbar und von der flachen und klischeehaften Charakterkonstruktion, über die niveaulose und einfallslose Handlung ist sie definitiv komplett gescheitert. Glücklicherweise versucht Regisseur Shawn Levy erst gar nicht Tiefe zu heucheln, oder Dramatik aufzubauen und spult die Story so schnell herunter, dass kein Leerlauf produziert werden kann, wobei dem Film damit eine gewisse Kurzweiligkeit nicht abzusprechen ist. An der Filmmusik gibt es nichts auszusetzen, die Kulisse der verschiedenen Urlaubstationen ist abwechslungsreich und sehenswert und so gibt es an dem Film handwerklich nicht sonderlich viel auszusetzen. Levy lässt nach "Lügen haben kurze Beine" und "Im Dutzend billiger - Chaos hoch 12" also seine Erfahrung spielen und liefert seinen bis dato besten Film ab. Für Fans des Genres ist "Voll verheiratet" also geeignet, wer jedoch auf ein Mindestmaß an Tiefe hofft, wird bitter enttäuscht werden.
Brittany Murphy ist durchaus eine ambitionierte Darstellerin, durfte bisher aber nur in schwächeren Filmen spielen, in denen sie aber meist einen der wenigen Höhepunkte darstellte. Nach "8 Mile" und "Sag kein Wort" liefert sie diesmal also erneut eine starke Leistung ab und spielt ihre Figur gewohnt undurchsichtig, wie man es von der verschlagen wirkenden, aber dennoch sympathischen Darstellerin kennt. Mit ihrem makellosen Äußeren baut und ihrem hervorragenden Spiel baut sie eine hohe Leinwandpräsenz auf, mit der sie ihren Kollegen mit Leichtigkeit in den Schatten stellt. Womit wir bei einem weiteren Problem wären, denn Ashton Kutscher ist hundsmiserabel. Kutscher, der eigentlich immer schwach spielt und ohne seine Beziehung zu Demi Moore wahrscheinlich immer noch auf seinen Durchbruch warten würde, ist blass wie eh und je und kann weder die Sympathie des Zuschauers auf sich ziehen, noch durch eine, wenigstens halbwegs gelungene Mimik überzeugen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Anti-Schauspieler, der später auch in "So was wie Liebe" und "The Guaridan" kläglich versagte, bald wieder in der Versenkung verschwindet. Bei dieser Story, um zwei jung Verheiratete, die sich gegenseitig zu bekriegen beginnen, hätte man natürlich auch zwei Darsteller gebraucht, die sich ein gleichwertiges Duell liefern und sympathisch daherkommen, aber Kutscher kommt nicht einmal im Ansatz auf das Niveau von Murphy.
Fazit:
"Voll verheiratet" ist eine unterhaltsame Komödie, die sich aufgrund der kurzweiligen und routinierten Inszenierung, der guten Gags und der starken Leistung von Brittany Murphy auch vom desolaten Ashton Kutscher und von der einfallslosen Story nicht ausbremsen lässt.
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