Vom belanglosen Originaltitel zur prolligen Eindeutschung: Aus „Just Married“ wurde hierzulande „Voll verheiratet“.
Dabei ist das Paar aus Tom (Ashton Kutcher) und Sarah (Brittany Murphy) gar nicht mehr so voll verheiratet, wenn man sie trifft. Bei der Heimkehr aus den Flitterwochen schubst man sich herum oder bewirft sich mit Kaugummi. Grober Slapstick zum Anfang, doch wirklich feinfühliger wird’s nicht: Romantic Comedy brachial quasi.
Kurz darauf erzählt Tom einem Kumpel, wie es dazu kam, dass aus Liebe Hass wurde. Beginnend beim Kennenlernen über die eilige Eheschließung bis hin zu den verhängnisvollen Flitterwochen...
Damit kocht man brav die Geschichte zweier Liebender aus unterschiedlichen sozialen Schichten auf. Sie ist Tochter eines reichen Daddys und Kunsthistorikerin, er Radiomoderator mit eigener kleiner Wohnung und Sportfaible. Die Klassenkampfrhetorik bleibt aber meist außen vor, stattdessen darf anschließend bei den Flitterwochen in Europa wüten wie es seit den Griswalds niemand mehr getan hat und zwischendrin noch ein paar Eifersüchteleien austauschen.
Das wäre jetzt alles nicht so tragisch, wenn „Voll verheiratet“ wenigstens durchweg witzig wäre, aber so wirklicher Elan ist nur passagenweise zu merken. Nett sind die Zänkereien, die oft in Slapstickgefechte ausarten, oder die Lahmlegung eines Luxushotels, aber dazwischen gibt es immer wieder müde, mau geschriebene Wortgefechte und auch die gelungenen Gags sind nicht mehr als ganz nett. Einen einzigen echten Brüller hat der Film aber zu verzeichnen und das ist jene Szene, in der Sarah Tom bei der Heimreise an der Zollkontrolle übel mitspielt.
Doch trotz solcher Momente erreicht „Voll verheiratet“ zu keiner Sekunde die Bösartigkeit von „Der Rosenkrieg“. Stattdessen wird immer wieder kitschig darauf hingewiesen, dass sich die beiden ja achso dolle lieben. Egal was Papi sagt, egal ob die anderen meinen, die beiden seien zu jung, egal ob da der nominell viel besser passende, von Sarahs Familie ausgesuchte ausgesuchte Rivale immer wieder dazwischenfunkt. Also darf ein kitschiges, aber emotionsloses Ende noch mal derbe auf die Tränendrüse drücken, ehe dann der Abspann kommt.
Ashton Kutcher ist kein großer Schauspieler, aber ein solider Comedian und hier spielt er seine Rolle auch ganz ordentlich, aber wirklich retten kann er den Film nicht. Enttäuschend ist Brittany Murphy, vom Drehbuch eh schon auf die Frauchen-Rolle reduziert tut sie kaum mehr außer schmollen und zeigt ihr vorhandenes Talent leider kaum. Nett die Gastrollen von David Rasche und Raymond J. Barry, solide, aber kaum zu sehen ist Monet Mazur, aber das macht den Film auch nicht interessanter.
Was bleibt, ist ein maues Flitterwochen-Filmchen mit eher müden Gags und kitschigen Romantikelementen. Wären da nicht ein paar ordentliche Gags und die sympathischen, aber meist verschenkten Hauptdarsteller, dann würde es noch weniger erträglich sein.