Vincent Price gilt, unter den Fans der Horrorfilme aus den Hammerstudios, zu einem der besten Schauspieler aller Zeiten. Sein perfektes und vor allem glaubwürdiges Spiel vor der Kamera, ist einfach so wie man es sich eigentlich von allen Schauspielern wünschen würde. Jede Rolle die er verkörpert wirkt so, als hätte man sie ihm auf den Leib geschneidert. Und auch im "Witchfinder General" ist er die treibende Kraft des Films.
"Witchfinder General" gehört definitiv zu besten und härtesten Hexenjäger-Filmen überhaupt. Die Story ist gut durchdacht, nahezu lückenfrei und hat wirklich alles zu bieten, was man von einem guten Film dieser Art erwarten darf.
Dabei ist es, wie schon erwähnt, vor allem Vincent Price, der den Film trägt. Seine gekonnte Darstellung des skrupellosen Hexenjägers Matthew Hopkins jagt einem einen schaurig kalten Schauer nach dem anderen über den Rücken. Er schafft es so genial zu spielen, dass man sich einen anderen Darsteller in dieser Rolle überhaupt nicht vorstellen kann.
Dazu kommt noch die gelungene Inszenierung des Ganzen. Sowohl die Kostüme als auch die Kulissen setzen einen perfekt zurück, in das Jahr 1645, als die Verbrennung angeblicher Hexen leider an der Tagesordnung stand. Mit unglaublichem Aufwand und viel Liebe zum Detail einstand eine passende Atmosphäre, die bis zum Schluss nicht abbrechen will. Und die teilweise wirklich markerschütternden Schreie, die durch manche Szene hallen, gehen einem auch noch Stunden später nicht aus dem Kopf.
Die vorhandenen Gore-Szenen sind dabei ebenfalls nicht zu verachten. Ordentlich erstellt und mit einer teils recht immensen Härte versehen, waren diese Szenen für das Publikum von 1968 wohl zuviel (obwohl sie eigentlich genau das wiederspiegeln, was damals leider Gang und Gebe war), so dass die englische Zensurbehörde ihre BBFC 18-Freigabe erst vergab, als ca. 2 Minuten entfernt wurden. Zudem wurde für das englische Publikum eine Version gedreht, in denen es keine blanken Brüste zu sehen gibt, während die weltweite Version auch diese zu bieten hat. Nicht umsonst trägt der Film selbst heutzutage noch (in der mittlerweile ungeschnittenen Version) seine BBFC 18-Freigabe, was für einen Streifen diesen Alters doch eher ungewöhnlich ist.
Dazu kommt dann noch ein perfekter Score, der das Filmerlebnis abrundet.
Fazit: Intensiver, toll inszenierter und, durch einen hervorragend besetzten Vincent Price, auch ideal besetzter Hexenjäger-Streifen, der selbst heutzutage nichts von seiner Atmosphäre und seiner Klasse eingebüst hat. Nichts für schwache Nerven, aber für alle Price-Fans ein absolutes Muss!
Wertung: 8,5/10