Car Car Land
Edgar Wrights neuestes Baby ist ein junger Driver, der besser ist als alle anderen in seinem Job, einen Überfall nach dem anderen als Fluchtfahrer durchziehen muss und der sich ohne Handbremse in eine bezaubernde Kellnerin verknallt... Wenn man sich "Baby Driver" anstatt Cristopher Nolans "Dunkirk" am Starttag anguckt, weiß man, wie heiss man auf diesen musikalischen Ritt ist! Und Wright enttäuscht mal wieder null. "Baby Driver" ist eine der besten, schnellsten und innovativsten Anti-Spaßbremsen des Sommers, bei der jeder Kinofan seinen Filmvorführer darum bitten sollte, die Anlage nochmal etwas lauter zu machen also sonst. Als ob "La La Land" und "Drive" ein pfeilfixes & ultracooles Baby gezeugt hätten, dass sich seinen Kinowurzeln von "Getaway" über "Bullitt" bis "The Driver" jederzeit bewusst ist. Cool as a Mofo. Das ist lockerer & unaufdringlicher Fanservice vom allerfeinsten, den der "Shaun of the Dead"-Macher hier mal wieder kredenzt.
Musical trifft Gangsterfilm, GTA trifft Grease, Ansel Elgort trifft Lilly James und die Funken fliegen. Ebenso fliegen die Funken bei ein paar der mitreißendstem Autojagden der Filmgeschichte. Und alles perfekt choreographiert zu einem Killer-Soundtrack, den man vom Fleck weg kaufen will. Ihr kennt die Musiklevel bei den neuen "Rayman"-Games? So in etwa flowt dieses gasgebende Babyface von Film. Apropos: Ansel Elgort ist das Highlight des Films und wundervoll gegen die Erwartungen besetzt. Er steht sogar gegen grandios aufgelegte Giganten wie Hamm, Spacey oder Foxx seinen Mann. Dieser Junge hat eine goldene Zukunft! Action, Tempo, Style, Musik und ein einmaliger Bleifuss fusionieren hier zu einem Fest der Liebe zum bewegten Bild. Dagegen wirken die "Fast & Furious"-Filme noch mehr wie plumpe Bauern mit einstelligem Film-IQ als sie es eh schon sind. "Baby Driver" rockt, fetzt und macht Lust auf etliche weitere Runden mit ihm. Da verkraftet man sogar, dass sich im Endeffekt an Story, gar nicht mal so viel unter der Haube befindet...
Fazit: gibt Gas und man will die Bremse gar nicht erst finden - "Baby Driver" ist cool, sauschnell und macht einfach unendlich Spaß. Edgar Wright bleibt eines der kreativsten Ex-Fans-jetzt-Regiegenies, die momentan Filme auf uns loslassen. Anschnallen. Kopfhörer rein. Kinetische Kinomagie fühlen. Vollgepackt bis in die Radkappen mit Kreativität und filmischer Liebe, Insidern und Easter Eggs.