Die „Story“ von BABY DRIVER (wenn man sie so nennen will) ist ebenso simpel wie old school und kreuzt naheliegenderweise Motive ähnlich stilisierter Vorbilder wie Walter Hills THE DRIVER und NWRs DRIVE und die Figuren sind genau das – bekannte Figuren innerhalb ihres Genres (man könnte sie auch Klischees nennen). So ist BABY DRIVER auch mehr als Liebeserklärung an das Mini-Subgrenre des Getaway-Driver-Thrillers zu sehen denn als Actionfilm.
Was den Film dennoch eigenständig macht, ist sein Musikeinsatz: Edgar Wright inszeniert kein Heist Movie sondern einen Musikfilm. Die Art, wie Baby nicht nur seine Einsätze sondern auch seinen Alltag nach dem Rhythmus seiner (vornehmlich aus klassischen, jedoch wenig gespielten Soul- und Rocknummern bestehenden) Playlists choreographiert, verschafft dem Film anfangs eine schöne Leichtigkeit und Beschwingtheit. Da es Wright damit aber leider etwas übertreibt, schlägt das Gimmick gegen später in einen etwas nervigen Manierismus und aufgesetzte Coolness um. Ist das schon der Film oder ist das noch der Trailer?
Auch die Action ist natürlich gut, aber nicht so gut, dass man nach dem Filmende noch die eine oder andere Verfolgungsjagd in Erinnerung hätte. Und so bleibt zwar der Eindruck von flotten, unterhaltsamen knapp zwei Stunden, aber von Edgar Wright darf man eigentlich etwas mehr erwarten.