Review

Staffel 2 - 9/10

Staffel 2

Gute Menschenn statt Gutmenschen

Letztes Jahr hat mich die erste Staffel von "This Is Us" umgehauen. Mit voller Wucht, in vollem Umfang. Sie war bis zum Ende ganz weit oben in meiner Serienrangliste und hat den Taschentuchverbrauch im Haus Leimbacher-Mario gehörig in die Höhe getrieben. Besser ging es nicht. Eine neue Lieblingsserie war geboren.

Im zweiten Jahr bekommt es die Pearson-Familie natürlich wieder mit etlichen Hürden, Herausforderungen und Tiefschlägen des Lebens zu tun - so steht Kates Hochzeit an, Randall adoptiert ein Mädchen und Kevin verfällt dem Alkohol. Außerdem wird (endlich) geklärt, wie Jack starb und wir bekommen einige Ausblicke auf die Zukunft des Familienstammbaums, nach denen man am liebsten direkt ein Jahr vorspulen würde...

Staffel 2 von "This Is Us" hat zwar nicht mehr ganz die Power und das Überraschungsmoment von letztem Jahr, doch ich war dennoch die meiste Zeit gefesselt und hin und weg. Hier meine Aufstellung, was top lief und ein paar kleine bis mittelgroße Kritikpunkte sind auch dabei.

POSITIVES
+ die Darsteller spielen weiterhin richtig stark, sind noch mehr mit ihren Charaktern verbunden
+ Zeitsprünge funktionieren immer noch gut
+ musikalische Untermalung sorgt wieder und wieder für Gänsehautmomente
+ der Look ist hochwertig
+ Jacks Vietnamzeit wird angesprochen, macht Lust auf mehr
+ es gibt wieder einige Überraschungen, natürlich
+ Figuren sind alles andere als perfekt und dennoch echte Vorbilder
+ rührt immer wieder zu Tränen, mit Kleinigkeiten sowie großen Gesten
+ Ugly Cries inklusive
+ Gastauftritt von Sly!
+ einen größeren Sympathieträger als Milo Ventimiglia bzw. Jack Pearson hat das Fernsehen momentan wohl nicht
+ viele süße, kleine Geschwistermomente
+ poetisch und das große Ganze immer im Blick
+ man spürt den Gedanken, die Welt besser zu machen
+ inspirierend und vorbildlich und lebensbejahend
+ immer wieder Cliffhanger und Neugierigmacher, wenn auch oft plakativ und platt
+ Suchtfakor ist enorm hoch
+ positiv altmodisch irgendwie
+ Wohlfühl-TV trotz etlicher harter Momente
+ man weiß, was man bekommt
+ patriotisch, aber nie über der Grenze
+ Nebenfiguren bekommen dieses Jahr mehr Platz
+ mega romatisch zum Teil (Tobey!)
+ düstere Themen werden nicht ausgespart
+ man vergibt der Serie - und ihrer Figuren! - ihre Fehler
+ Familie - trotz all ihrer Mängel und Probleme - first!

NEGATIVES
- Manipulationen und Kitschfaktor gefühlt noch etwas höher
- manche Charakterzüge können nerven (was aber nur realistisch ist)
- genug Leuten ist das zu melodramatisch, zu amerikanisch, zu "gut" - verstehe ich teilweise
- nicht ganz so viele Wow-Momente wie im Eröffnungsjahr
- Klischees sind kein Fremdwort
- vielleicht ein paar Storylines und Abbiegungen zu viel
- mehr Längen und Hänger und Repetition als in Season 1
- der Umgang mit dunklen Themen und menschlichen Abgründen ist etwas sehr "fluffig" und simpel
- "Alterungs-Make-Up" nicht immer perfekt

Fazit: emotional und inszenatorisch zwar etwas berechnender und manipulativer als im Premierenjahr, doch insgesamt noch immer eine Klasse für sich. Tränenreich, positiv kitschig, gefühlvoll. Ein Wirbelsturm der Emotionen. Geballtes Leben. Modernes Melodrama. Grandiose Darsteller. Packende Storylines. Sehr gut. Zewa und Tempo sagen danke. (9/10)

Details
Ähnliche Filme