5
Und wieder einmal siegt die Form über den Inhalt. Wie auch bei "Baby Driver" ein Film, bei dem die Handlung um die Musik herumgeschustert wurde. Das hat zunächst Stil und man fragt sich warum die Deutschen keinen Film mit so tollem NDW-Soundtrack hinbekommen. Auch die Theron macht eine gute Figur als unterkühlte Blondine. Nach einer gewissen Zeit ermüdet einen das Filmkonzept. Die Story ist wirklich sehr einfach, auch wenns am Ende dann noch mal ne kleine Pointe gibt. Bis auf zwei wirklich gut gemachte Ballereien, die ausserordentlich hart sind und eigentlich ein FSK18-Siegel erfordert hätten, kann die Action nicht wirklich vom Hocker reissen. Die Optik nutzt sich ebenfalls ab und Langeweile kehrt ein. Da hätte ich mir doch etwas mehr erwartet. Ales ist zu gewollt, zu steril und gekünstelt, das Drehbuch ist schwach und spannend ists auch nicht grad. Schade, denn einige gute Ansätze waren vorhanden.
4
Der wirre Kalter-Krieg-Spionagethriller aus den letzten Tagen vor dem Mauerfall soll wohl eine Art Liebeserklärung an die geteilte Weltstadt Berlin sein, ihr Lebensgefühl und ihre Popkultur damals. Aber es ist halt das, was Hollywood sich darunter vorstellt. Darum ist der verkrampft auf Retro getrimmte Film nur in den wenigsten Momenten ansatzweise nah dran an der Realität. Exemplarisch für die verdrehte Zeitgeschichtsstunde ist der Soundtrack, obwohl noch mit das Beste daran: Spielt die Story im Herbst 89, so stammen die Songs zum großen Teil aus der NDW-Ära, die da längst passé war, und werden teils sogar in ihren unliebsamen verenglischten Versionen gespielt! Zu "99 Luftballons" werden auch nicht alle Tage Zähne eingeschlagen. Charlize Theron ist als Heldin auch nur wieder das unnahbare, alles und jeden kaputt kickende Luder, das einen kalt lässt.