Seit dem Vampirgedöns um „Twilight“ sind solche Filme ein wenig mit Vorsicht zu genießen, denn nicht selten ist der Stoff eindeutig auf eine recht junge Zielgruppe ausgerichtet, wogegen reifere Semester oftmals in die Röhre schauen. Regisseur Jason Flemyng, dessen Gesicht aus unzähligen Nebenrollen bekannt ist, gibt mit der Vampirkomödie sein spätes Regiedebüt, - und zwar kein schlechtes.
Irgendwo auf dem Land treffen sich die wichtigsten Vampire Großbritanniens auf einer einsam gelegenen Farm um die Territorialansprüche zu diskutieren. Mit dabei ist Sebastian (Billy Cook), der von Vanessa (Eve Myles) in die Runde gelockt wurde und noch nicht weiß, dass er sich unter Vampiren befindet. Noch ahnt die Gruppe nicht, dass sich im angrenzenden Wald eine Militäreinheit befindet, die speziell zur Jagd auf Vampire ausgerichtet ist…
Flemyng fackelt nicht lange und steigt direkt mit dem Treffen auf der Farm ein, während sich Soldaten im Wald heranpirschen und durch eine Wärmebildkamera die Spur der Blutsauger aufgenommen haben. Zwischen tollpatschig und cool ist Sebastian rasch als Sympathieträger etabliert, welcher grundlegend zwischen sämtliche Fronten gerät. Und auch innerhalb der Lager gibt es Reibung, da es einen raffgierigen Vampir gibt, dem das Ableben seiner Kollegen entgegen käme, während ein Colonel eigene Pläne verfolgt und im Verlauf die Zügel an sich reißt.
Viele Pausen legt die Erzählung nicht ein, das Erzähltempo ist konstant flott und wird von regelmäßigen Humoreinlagen begleitet, von den die meisten auf das Konto von Sebastian gehen. Viele der Gags zünden, besonders die Situationskomik ist gut getimt, während die gut aufgelegten Mimen ihren Teil beisteuern. Auch der Score ist sauber abgestimmt und ein paar Songs passen recht gut ins Stimmungsbild.
Reine Horrorfans kommen im Verlauf ein wenig zu kurz, denn Blutszenen gibt es nur sehr wenige, wogegen im letzten Drittel ein wenig Action eingestreut wird, die mit ordentlich Wumms in Szene gesetzt ist. Die meisten CGI können sich sehen lassen, nur die künstlichen Mündungsfeuer tendieren ein wenig in Richtung Trash. Teilweise sorgen die Szenen im Wald für Atmosphäre, doch auch das Treiben rund um die Farm weiß Akzente zu setzen.
So kommt es im Mittelteil zu einen kleinen Twist bezüglich des Titels, eine Kosmetikwerbung trifft den Nagel auf den Kopf, manche Soldaten entpuppen sich als Angsthasen und der Abspann erwähnt bereits eine Fortsetzung, welche „Eat Global“ heißen soll. Hinsichtlich vorliegenden Eindrucks darf man positiv gestimmt sein, mit einer etwas höheren Gagdichte und ein wenig mehr Mut zu expliziten Gewalteinlagen wäre auch hier noch mehr möglich gewesen.
6,5 von 10