Seit den 70ern herrscht eine bittere Rivalität zwischen den nebeneinander liegenden Clubs "Lala" und "Nemo". Auch gut 30 Jahre später, da nun die Kinder der damaligen Besitzer die Clubs in festen Händen haben, hat sich an der Sache nichts geändert. Auf der Seite von Club Lala kämpft die dickköpfige Eun-ja (Lee Mi-Suk) mit ihrer Mädchenclique gegen den fiesen Pseudomacho Geo-Man vom Club Nemo. Und der scheint auch alle guten Karten in der Hand zu halten: seine Disco zieht die Leute magnetisch an, während bei den Lala-Schwestern höchstens das Personal auf den Tischen tanzt. Kurz vor dem Ruin stehend, versuchen die vier Mädels alles, um an Geld zu kommen und so den Club zu retten. Songcontests, Ringkämpfe und dubiose Geschäfte mit Kredithaien stehen auf dem Plan, bis sich die vier dazu entschließen, selbst auf die Bühne zu steigen und nach Musik vom Band zu tanzen und die Lippen zu bewegen. Da gibt's nur ein Problem: sie sind miserabel...
Die südkoreanische Komödie für Teeniegirls macht es einem wirklich nicht gerade einfach. Einerseits hat sie durchaus ihren eigenen Charme, doch andererseits ist das ganze Spektakel schon wieder so kindisch albern, dass man sich eigentlich für's Anschauen schon ein bißchen vor seinen erwachsenen Mitmenschen schämt. Was geboten wird, ist knapp zu beantworten: In den ungefähr 90 Minuten wird uns eine an Girlbands angelehnte und mit Albernheiten gespickte Hirnfreihandlung vom Reißbrett präsentiert, die teilweise recht komisch und unterhaltend, aber manchmal schon wieder richtig peinlich ist.
Extreme Komödienfans, die auch noch über recht altbackene Witzchen und erzwungene Extremo-Mimik lachen können, dürften ihren Heidenspaß an diesem Film haben. Aber leider ist nur eine kleine Zahl der Gags wirklich komisch, ein paar regen dann immerhin noch zum Schmunzeln an, doch der große Rest ist eigentlich total überholt und extrem banal. Irgendwie kommt es einem so vor, als ob man alles schon mal woanders gesehen hat ... und das dann auch schon viel besser.
Anspruch sollte man nicht erwarten, aber das war auch nicht das Ziel der Macher. Da der Streifen auf eine sehr junge Zielgruppe baut, hat man sich bewußt von Tiefsinn und inhaltlich brauchbaren Dialogen distanziert. Und trotz all seiner Banalität und dem stark gedrückten Niveau (oder gerade deshalb) schafft es der Film, auf Strecken gekonnt zu unterhalten. Glücklicherweise verspürt man nie das tötliche Gefühl der Überlänge, und wenn man sich auf die etwas fade Situationskomik einläßt, kann man dem Film einige brauchbare Momente abgewinnen. Gerade weil "Oollala Sisters" nur so in Klischees untergeht und die stereotypen Charaktere brutal hirnrissig und blöde sind, macht er schon wieder irgendwie Spaß. Man muss eben mit hysterischen Girlies leben können, die kaum mehr IQ als ein Stück Brot besitzen - dann kann's recht lustig werden. Allen Hassern von klebriger Popmusik und fadem Mainstream der billigsten Sorte sei also gleich abgeraten.
Die Darsteller, die eigentlich ganz okay sind, können sich bei der Thematik leider kaum voll entfalten. Vorallem wer die talentierte Lee Mi-Suk aus Filmen wie "...ing" oder "Eine Affäre" kennt, dürfte etwas enttäuscht sein. Kim Min verdient endlich mal eine ernste und große Rolle in einem vernünftigen Film, denn auch sie kann hier kaum beweisen, was sie drauf hat. Die restlichen stereotypen Figuren werden von durschnittlichen Akteuren dargestellt, die weder schlecht noch unwerfend gut sind. Man kann mit ihnen recht gut leben und Grund zur Klage gibt's eigentlich recht selten.
Bei aller Sympathie, die ich für "Oollala Sisters" habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als eine mittelmäßige Wertung zu geben - und ehrlich gesagt ist der Film damit auch gut bedient. Zu offensichtlich bewegt sich der Plot voran, zu erzwungen sind die brachialen Gags und zu ausgelutscht das Mimenspiel der Akteure, wenn auch teilweise recht amüsant anzusehen. Der Streifen baut klar auf eine junge Zielgruppe und da sollte er auch bleiben. Wer sich gerne mal die koreanische Antwort auf den Spice Girls-Film geben möchte, dem sei "Oolala Sisters" ans Herz gelegt. Der Vergleich wird dem Werk allerdings nicht ganz gerecht, denn trotz seines Mittelmaßes ist er in allen Belangen mindestens fünfmal so gut wie das absolut grottige Vorbild von der Insel. Kurzweilig und mit netten Darstellerinnen versehen, aber leider schon fast ein Schnellfeuer an Klischee und sklavischer Berechenbarkeit. Kein Flop, aber auch nichts, was man unbedingt gesehen haben müßte.