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Lachen ist gesund... kann aber nicht erzwungen werden 

Mit der Kindercomicbuchverfilmung "Captain Underpants" (in Deutschland vielerorts unnötig aber witzig als "Der Unterhosenkapitän" betitelt) rast Dreamworks Animation mit Höchstgeschwindigkeit knapp am schon länger benötigten Hit vorbei. In dem frechen Anarcho-Animations-Superheldenabenteuer verwandeln zwei kreative Grundschüler ihren überstrengen Rektor per Hypnose in Captain Underpants, einen strunzdummen Superhelden in Feinrippungerbutz. Denn Schule ist Hölle, es wird zu wenig gelacht und lachen ist genauso wie Freundschaft mit das Wichtigste im Leben. So weit Ausgangslage und Aussagen. 

"Captain Underpants" ist kein reiner Kinderfilm. Trotz süßem Stil, trotz Unterhosenhumor, trotz zwei Kindern als Protagonisten. Dazu ist er zu meta, zu ambivalent, zu durchgedreht und überdreht. Seine größten Stärken sind gleichsam seine Schwächen. Irgendwo zwischen "Despicable Me", den Peanuts und "Rick & Morty", kann diese mal herrlich unreife, mal überraschend weise Sause für sich alleine stehen und große wie kleine Menschen gut unterhalten. Dafür sorgen eine ehrliche Freundschaft und übersprudelnde Kreativität. Zwei Beispiele für Letzteres sind eingeschobene Comicsequenzen oder sogar Sockentheater. Die Macher lassen sich immer Neues einfallen um uns bei Laune zu halten. Leider gelingt der Spagat zwischen redundantem Fäkalhumor und Chaoshyperventilation gerade hintenraus nicht immer ideal. 

Fazit: Frontalangriff des Pipikaka-Humors. Mit Message und Kreativität. Hyperaktive Superhelden-Persiflage mit dem Herz am rechten Fleck. Selbst wenn die Dichte an guten Gags nur halb so dicht ist wie sie gerne wäre. 

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