Dwayne Johnson spielt den Rettungsschwimmer Mitch Buchannon, der mit seinem Team an einem beliebten kalifornischen Strand für die Sicherheit der Schwimmer, Surfer und Urlauber zuständig ist. Aufgrund seines großen persönlichen Einsatzes und seiner zahlreichen Rettungen ist er so etwas wie eine Ikone, der zahllose jugendliche Nachwuchskräfte nacheifern. Diese treten alljährlich zum harten Aufnahmetest an, um in das Baywatch-Team aufgenommen zu werden. Umso mehr ärgert es Buchannon, dass er ausgerechnet den egozentrischen ehemaligen Olympia-Schwimmer Matt Brody, gespielt von Zac Efron, aus Publicity-Gründen in sein Team integrieren soll. Das ist jedoch nicht sein einziges Problem: An seinem Strand werden neuerdings Drogen und Leichen angespült.
Es ist nicht nur die hautenge Arbeitskleidung, welche die „Baywatch“-Rettungsschwimmer mit Spiderman oder Captain America verbindet, sondern auch der Heldenmut und die Grundeinstellung, die wirklich wichtigen Fälle nicht den regulären Gesetzeshütern zu überlassen. Schon in der Serie beschränkte sich der Aufgabenbereich von David Hasselhoff und Pamela Anderson nicht allein auf die Strandwache und auch Johnson und Efron arbeiten im Film nicht nur mit Badehose und Trillerpfeife, sie ermitteln undercover, liefern sich Verfolgungsjagden mit Schlägern und Mördern, mutieren zu Drogenfahndern und sind dabei auch der Polizei einen Schritt voraus. Da das alles, wie in der Serie, herrlich übertrieben sowie an Absurdität kaum zu übertreffen ist und daher auch ironisch gebrochen wird, unterhält „Baywatch“ über weite Strecken durchaus ordentlich, wenngleich die hanebüchene Kriminalgeschichte in der zweiten Filmhälfte etwas zu viel Raum einnimmt.
Überhaupt nimmt sich der Film, der in seinen schlechteren Szenen wie die Big-Budget Version eines „Hai-Alarm auf Mallorca“ erscheint, zum Glück nicht sonderlich ernst, einzig der allzu unreflektiert zur Schau gestellte Körperkult stößt etwas sauer auf. Dafür bewegt sich das Model Kelly Rohrbach wie einst Pamela Anderson in der Serie tatsächlich in Zeitlupe, eine der besseren Anspielungen auf das Original. Die Cameo-Auftritte von Hasselhoff und Anderson selbst enttäuschen dagegen etwas. Zu ihren Nachfolgern bleibt festzuhalten, dass Dwayne Johnson wie gewohnt durch Spielfreude, Charme und Eigenironie besticht, während der physisch mittlerweile ebenso aufgepumpte Zac Efron weder die Statur eines Olympiaschwimmers noch das Format für die Rolle des rebellischen Egoisten auf dem Weg zum selbstlosen Helden mitbringt. Die weiblichen Akteure sind dabei größtenteils schmückendes Beiwerk.
Was die Gags angeht, so hat sich „Kill the Boss“-Regisseur Seth Gordon bei einigen seiner bisherigen Arbeiten schon treffsicherer gezeigt, was nicht heißen soll, dass das illustre Treiben nicht stellenweise witzig wäre. Aber der Humor ist mitunter doch etwas zu flach. Allzu derbe Zoten, die in den zeitgenössischen US-Komödien zunehmend überhand nehmen, werden den Zuschauern aber größtenteils erspart. Dazu gibt es ein paar durchaus sehenswerte Action-Sequenzen, darunter vornehmlich einige Nahkämpfe sowie diverse Verfolgungsjagden zu Wasser und zu Land und natürlich ein paar wagemutige Rettungsaktionen, bei denen die Baywatch-Rettungsschwimmer dann auch mal ihrer eigentlichen Beschäftigung nachgehen. Am Ende ist Gordon so kein allzu schlechter Mix gelungen, der über eine Laufzeit von etwa zwei Stunden solide unterhält.
Fazit:
Die Story mag abstrus sein und der Humor nicht immer stilsicher, doch insgesamt ist „Baywatch“ aufgrund seiner soliden Action-Szenen, der durchaus witzigen Bezüge zur Originalserie sowie seiner Eigenironie weitgehend unterhaltsam. Eine solide Komödie mit Hang zum Edel-Trash.
59 %