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Vor lauter Grüßen fällt dem Murmeltier bald der Arm ab

Nachdem Netflix letztes Jahr mit dem eher blöden "Nacked" schon das "Groundhog Day"-Rezept recycelt hat und im Kino das Murmeltier in letzter Zeit ebenfalls gefühlt fast täglich gegrüßt hat (z.B. "Happy Death Day" oder "Before I Fall"), kommt nun mit "When We First Met" ein weiterer Vertreter dieser ausgenudelten aber immer noch gerne genommenen und gesehenen Idee. Junge trifft Mädchen. Es wird zu seinem Unmut leider nur gute Freundschaft draus. Und als er dann auf ihrer Verlobung erkennt, wie sehr er sie liebt, kommt die als Foto-Box getarnte Zeitreisemaschine doch gerade recht... denn das erste Treffen entscheidet, oder?

Viele Worte muss man zu "When We First Met" nicht verlieren. Er ist nett. In seinen besten Momenten. Und hier steht nett leider nicht nur für nett, sondern darf ganz bewusst auch als kleine Schwester von Ihr-Wisst-Schon-Wem gedeutet werden. In Miss Daddario ist es quasi unmöglich sich nicht zu verknallen. Dafür mag ich Hauptdarsteller Adam Devine umso weniger. Hier gefiel er mir aber besser als üblich, entlockte mit seiner überdrehten Mimik sogar den ein oder anderen Schmunzler. Lacher wäre übertrieben. Eine nette Wendung im letzten Drittel ist das Beste, was die ansonsten mäßig witzige Komödie zu bieten hat. Der Rest ist Standardprogramm für Alles-Streamer oder ganz hartnäckige Fans der Zeitschleifen-Prämisse. Besser als den neuen "Fifty Shades of Shit" im Kino gucken zu müssen ist das allemal. Einen romantischeren Film hätte der Valentinstag 2018 aber dennoch verdient gehabt.

Fazit: "When We First Met" ist eher zum "Chillen" als zum Netflixen. Ungefährlich, brav, schon zu oft gesehen. Ein kleiner Twist ändert daran wenig. Tut nicht weh. Gebraucht hätte ihn die Welt allerdings zu keinem Zeitpunkt.

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