Zu wenig Einfallsreichtum
"Black Butterfly" meint er wäre clever. Am Ende dürfte bei den meisten Zuschauern allerdings nichts außer Enttäuschung stehen. Denn nicht nur der finale Twist verleitet zum Gähnen und "Echt jetzt?!" brüllen, schon die Wendung davor wirkt arg konstruiert. Das riecht alles nach kalten Füßen. Und wenn der Rest der Geschichte dann auch noch eher nach eingeschlafenen Käselatschen duftet, dann können selbst zwei hingebungsvolle Topdarsteller dieses lahme Script nicht mehr retten. Doch fangen wir vorne, bei der Story an: es geht um einen abgeschotteten Romanschreiber, der einen Fremden bei sich ins Haus lässt und zuerst scheint dieser ihm zu helfen. Doch nach und nach spannt sich das Verhältnis der zwei unberechenbaren Typen an und ein Psychoduell beginnt...
Banderas und vor allem Rhys-Meyers geben alles. Ohne sie wäre die Konfrontation der zwei Männer noch langweiliger. Zudem sieht der Thriller hochwertig aus und er hat wenig überflüssiges Fett. Leider geht ihm die Spannung völlig ab. Das muss man bei einem Kammerspiel auch erstmal schaffen. Die Inszenierung ist uninspiriert und spätestens die letzte Minute ist ein ganz lahmer Rückzieher. Über den Twist zuvor kann man noch streiten. Ändern, dass einem die Figuren nicht zusagen und das so gut wie gar nichts passiert, kann schon dies natürlich nicht. Alles wirkt zwar realistisch aber unheimlich gelähmt und lieblos. Das ist einfach zu wenig. Und zaubern können selbst die zwei Hauptdarsteller nicht. Ein Gähn-Drehbuch bleibt eine Einschlafhilfe. Ein geringes Budget ist kein Grund. Warum passiert denn so gut wie nichts? Und wenn, dann gibt es den Mittelfinger an alle Zuschauer. Oh man. Was ein Murks. Er setzt einen zerstückelten Mini-Haufen direkt auf die Klobrille - und zieht dann richtig lässig die Sonnenbrille ins Gewicht. Hell No. Geh weg.
Fazit: ein kleiner, kompakter Thriller mit guten Darstellern und einigen Twists. Insgesamt für mich trotzdem vertane Zeit und sehr zäh. Beschränkte Mittel rechtfertigen keine beschränkte Unterhaltung. Und das Ende ist schlicht eine Beleidigung.