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Psychothriller der konkreten Art, mit entsprechender Besetzung, zwei Männer gestandenen Alters, einer mehr und einer weniger, ähnlich dem später Achtziger Jahre Geschehen um Todfeinde - Bad Influence (1990), Der Frauenmörder (1988) und Co., hier auf dem Lande und nicht in der Stadt urban spielend, in einer selbstgewählten, selbst erwünschten Abgeschiedenheit, die gestört wird durch eine Unruhe und ein Unachtsamkeit. Beginnend mit einem einprägsamen Bild, mit hinter dem Rücken gefesselten Handschellen, vorher mit eine Autor, der außer Klickern und Klackern und "I am stuck" nichts auf die Schreibmaschine, auf das Papier entsprechend bringt:

Der zurückgezogen lebende und in einer Schreibblockade hängende Schriftsteller Paul [ Antonio Banderas ] bekommt nur ab und an Besuch von der Immobilienmaklerin Laura [ Piper Perabo ], mit potenziellen Käufern für sein Haus und seine Farm. Eines Tages hat Paul während Besorgungen in der entfernt gelegenen Stadt eine Konfrontation mit einem Lkw-Fahrer, als dieser versucht zu überholen, dabei hilft ihm der Landstreicher Jack [ Jonathan Rhys Meyers ]. Paul bietet dem Mann an, für ein paar Nächte bei ihm unterzukommen.

Unweit dessen passiert etwas Merkwürdiges, etwas Erschreckendes, die Frantic-Situation, eine Abgelegenheit, die ausgenutzt wurde, niemand etwas gehört, niemand etwas gesehen, nicht als Wildnis und ein paar Zufahrtsstraßen für das Picknickpublikum, für die Wochenendausflügler, der Mord schon im Radio bestätigt, der Schriftsteller am fleißig trinken. Viel aus den schlechten Empfang wird es geschoben, man muss beweisen, dass man funktionsfähig ist, der Mann verärgert und kurz angebunden. Eine Rangelei auf den Straßen prägt zusätzlich den entscheidenden Tag, alles schief gelaufen heute, alles am Scheitern, das ganze Leben geht den Bach hinunter, es läuft viel schief, seit zwei Jahren blockiert, ein Häuserverkauf probiert, auch dies gelingt nicht; man hat sich alles einfacher gedacht, die Lage ist ungünstig, 2h Fahrt bis nach Denver, und dann erst die Vororte erreicht. Konfrontationen werden ausgewichen, ein anderer übernimmt die Prügelei, Meyers schreitet ein, er wirft den Rohling aus dem Diner, mit einem kurzen festen Packen am Halskragen, eine neue Vorstellung gemacht, ein frisches Gesicht. Banderas sieht gesünder aus als der jüngere Mann, eine kurze Anrede, ein knappes Gespräch, "Verraten Sie mir, wo sie hinwollen?", einer mit einer gescheiterten Karriere, der Andere vogelfrei, ohne viel Habseligkeiten, mit einem so gewollten Leben, eine seltsame Paarung, ein erstes Kennenlernen. Dass das Chaos in der Wohnung herrscht, wurde schon mehrfach erwähnt, das Haus ist vollgestellt, vor allem mit Alkohol auch, mit Einsamkeit und negativen Gefühlen, die Geschichte zweier Menschen, zweier Männer erzählt.

Noch wird sich geduzt, der jüngere hat über Nacht aufgeräumt und etwas zu Essen gekocht, das Frühstück vorbereitet, eine Nacht eine Unterkunft geschaffen, eine Gastfreundschaft, ein Tauschhandel, etwas liegt im Kargen, im Argen, nicht wundern hier. Der junge Mann kann gut kochen, es wird sich immer noch gesiezt, es werden Angebote gemacht, Handwerkertätigkeiten, es sich wird fast aufgedrängt, Banderas dafür am Jammern, es wird über das Schreiben gesprochen und die Aufopferungen, der Eine zeigt Interesse, der Andere eher Ablehnung, es wird von Ironie gesprochen und Veränderungen, eine Geschichte vorgestellt, ihre Geschichte, die Geschichte beider Männer, ein Bekannter und ein Fremder hier. "Paul, es ist nur eine Geschichte", ein Drängen in das Leben von Jemand Anderem, scheinbar eine Hilfe, die aber nicht wirklich gewollt wird, mal auch deutlichere Worte, Andeutungen gemacht, Abmachungen gemacht, Rätsel aufgeworfen, "Ich habe ein besseres Ende im Kopf", es wird sich um Schreck und Realismus bemüht, um eine Verdeutlichung, es wird erkundigt; Fragen gestellt, Antworten gesucht, Taschen durchwühlt, der Fremde in eigenen Haus, keine gute Option, zwischendurch auch mal ein Schrei gehört.

Die Regie hält sich auf Distanz, auf die kleinen Dinge, die Sachen, die man sieht, nicht die Hintergründe, welcher später erst kommen, aber schon vorher angedeutet werden als Möglichkeiten, als Variationen. Die Veränderungen der Personen wird beobachtet, einer macht sich mehr und mehr Gedanken, der andere eher weniger, es tritt selbstsicher auf, viel zu offensiv, "Ich weiß nicht, was für ein Spiel sie spielen. Ich versteh nicht mehr.", es kommt zu einer Rauferei, vor dem eigenen Hause, eine Niederlage, ein weitere, keine Pattsituation mehr, ein schlichtes Aufbegehren und Aufgeben, aus dem Mentor und Helfer der Feind, bei Blitz und Donner eine Offenbarung gemacht, ein Entgegenstehen von Schwächen, ein Einsehen von Schwächen, darstellerisch gut umgesetzt, mit den richtigen Momenten zum richtigen Moment und richtigen Ort. Die Friedlichkeit und auch die Abgeschiedenheit ist mittig vorbei, es wurden Zeugen hinzugeworfen, eine ungewisse Zukunft, bald geht es zu wie auf dem Bahnhof auf der Farm, die Maklerin, der Sheriff, der Lebensmittelbote, mehrere Fehler begangen, ein Ausbruch von Gewalt, eine Belagerung, eine Entscheidung über die Initiativen und die Alternativen, die Waffe eingesetzt, eine Flucht und Verfolgung, der Thriller im vollen Run. Um Abmachungen und Loyalität geht es hier, drei Tage sind erst vorbei, alles außer Kontrolle geraten, einen neuen 'Schriftsteller' gefunden, "Und: gefällt ihnen das Ende, Jack?", weiterer Ideenreichtum, mehrere Kreationen, mehrere Eskalationen, von der Theorie in die Praxis, von der Trockenübung in den Ernstfall, von der kognitiven Simulation und der physischen Realisation; "Ich glaube, sie kennen die Realität besser als ich."





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