Hollywood scheinen wahrlich die Ideen auszugehen, wenn man sich an den Neuaufguss einer Komödie von 2002 heranwagt, welche seinerzeit schon nicht sonderlich populär war.
Aus einem gestohlenen Drehbuch wird eine geklaute Game-App und schon ist klar, welches Zielpublikum vorrangig bedient werden soll.
Computer-Genie Kevin (Ricky Garcia) mogelt sich mit kleinen Tricks und Lügen durch den Schulalltag, als ihm die handschriftlichen Pläne zu der App „Big Fat Liar“ von Wolf (Barry Bostwick), dem Produzenten einer Softwarefirma gestohlen werden, der das Spiel als sein eigenes auf den Markt bringen will. Kevin und seine beste Freundin Becca (Jodelle Ferland) reisen zum Sitz des Konzerns, wo sie sogleich eine Abfuhr erhalten. Daraufhin schmieden die Schüler Rachepläne…
Es ist ein durch und durch harmloser Schabernack, den uns Regisseur Ron Oliver hier auftischt. Beim jüngeren Zielpublikum mögen die beiden jungen Protagonisten als sympathisch durchgehen, doch ein Technik-Genie, das mit leicht arrogant wirkender Attitüde nur eine Taste betätigen muss, um Daten von einem fremden Smartphon aufs eigene zu kopieren, ist in vielen ähnlichen Situationen vielleicht nicht das optimale Vorbild.
Die nachfolgenden Streiche fallen zwar ebenfalls seicht aus, doch zumindest sind diesbezüglich kleinere Lacher zu verzeichnen.
Überdies wird die simple Geschichte angenehm flüssig erzählt und obgleich die moderne Technik oftmals in Form kleiner Gimmicks eingesetzt wird, kommt der Stoff nie überladen oder zu bunt daher, da sich die Computereinlagen in Grenzen halten und einige Gegebenheiten (Kreditkartenverwendung, Stimmmodulator) ohnehin hanebüchen hoch zehn sind. Und ein bisschen trifft die Sache mit dem Daddeln auf dem Handy ja schließlich doch aktuellen Nerv der Zeit.
Ansonsten ist Bostwick mit weiß bemaltem Gesicht, Teilglatze und rotem Resthaar durchaus ein paar Schmunzler wert, wogegen Namenspielchen wie Penny Wise kalter Kaffee aus den Neunzigern sind. Sonderlich Action wird nicht geboten, spannende Einlagen halten sich ebenfalls in Grenzen, darstellerisch wird immerhin annehmbares Niveau geliefert.
Ferner bleibt die Gagdichte überschaubar und von der Story her ergibt sich eben nicht mehr als eine Variante des Vorgängers von 2002.
Sehbar, aber keineswegs mehr als Durchschnitt.
5 von 10