Eine Superhelden-Origins-Story als Antikriegsfilm, das ist schon ein ehrgeiziger Ansatz. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass auch auf diesem Film mal wieder schwere Franchise-Hoffnungen lasten und zudem die Filmwelt besonders kritisch auf den ersten Superheldenfilm mit weiblichem Star und Regisseurin blickt, ist es fast schon ein Wunder, dass WONDER WOMAN so ordentlich geworden ist. Von einem feministischen Statement ist er dennoch weit entfernt: Klar gibt es ein paar nette Culture Clash Szenen, doch die Klischees überwiegen, am schlimmsten äußern sie sich im albernen Prä-Nazi-Schmock, der schon CAPTAIN AMERICA leicht ins Lächerliche zog.
Die Story hat zwar einen interessanten Kern und scheint zumindest ansatzweise die Sinnlosigkeit des Krieges und das Wesen des Menschen behandeln zu wollen, folgt aber dann doch der üblichen Struktur, die im üblichen zerstörerischen Showdown gipfelt, der dieses Mal glücklicherweise nicht so sehr in die Länge gezogen wird wie üblich.
Aber: das comic timing stimmt, die Chemie zwischen den Hauptdarstellern passt, das Wonder Woman Theme rockt, Gal Gadot fühlt sich in ihrer Rolle ganz offensichtlich wohl und die balletartig choreografierten Actionszenen gehören zum Besten und Schönsten, was man seit langem in dem Bereich im Kino sehen durfte. Kein Wunder, hat doch Zack Snyder auch hier seine Finger drin.