Pros & Cons einer stylisch-glattgebügelten Amerikanisierung
"Death Note" (2017) wird von Netflix produziert, von Horror-Hoffnungsträger Adam Wingard dirigiert und basiert auf einem der beliebtesten Animes aller Zeiten. Es existieren noch andere, asiatische Verfilmungen, Adam Wingard hat schon angekündigt er wäre für eine Fortsetzung bereit und ganz nebenbei laufen die Fanscharen des ungeschlagenen Animes gerade Sturm gegen seine Hollywood-Version. Zu recht? Ja, ich kann die Fans verstehen, bin selbst allerdings bei weitem keiner, kenne nur die japanische, sehr solide erste Verfilmung. Die neue westliche Version der Geschichte des jungen Mannes Light Turner, dem ein Buch vor die Füße fällt, in dass man Namen schreiben kann und wie eben diese Personen sterben sollen, weicht wirklich massiven von den Vorlagen ab. Charakterlich. Stilistisch. Atmosphärisch. Geschichtlich. Faktisch. Emotional. Sozialkritisch. Psychologisch. Alles ist anders und meist ein bis fünfzehn Stufen flacher, glatter, plumper und kitschiger. Und stellenweise habe ich wirklich gedacht, nach dem schon ärgerlich unnötigen "Blair Witch", Adam Wingard, einst mit "You're Next" und "The Guest" eine meiner absoluten Genre-Regie-Zukunftshoffnungen, wäre endgültig vom Weg abgekommen. Doch im Endeffekt mag ich Wingard noch immer, ließ der Ami-Death Note die Zeit verfliegen und ich kann genug Positives an ihm finden, um schüchtern den Daumen nach oben zu drehen. Vor allem für Neulinge beim Thema "Death Note"... Bitte nicht lynchen, liebe Fans.
Selten hat sich eine Pro/Contra-Liste so gut geeignet wie bei diesem Streitfall.
PRO: