Review

Es fährt ein Zug nach Naziwo


„Katanga“ aka „The Mercenaries“ aka „Dark of the Sun“ ist recht großspuriger Söldnerschmuddel wie er im Lexikon der Bahnhofskinohits steht. Ein notgedrungener Zug mit dem Ziel der Abholung von Zivilisten und vor allem Diamanten fährt durch gefährliches Rebellengebiet im tiefsten Afrika. Und natürlich geht für unser liebevolles und ungleiches Duo an bezahlten Soldaten nicht alles glatt. Eher läuft alles schief, was schief laufen kann. Von einem dreckigen Nazileutnant über verrückte Buschkrieger bis zu verplanten Tresoren…

Dreckiges Söldnerkino pur, nicht weniger ist „Katanga“. Politisch und menschlich nie ganz sauber und korrekt. Mit einem wirklich fiesen Altnazi. Unter der treibenden Sonne Afrikas (oder Jamaikas, wo er gedreht wurde). Ohne allzu viele Effekte geschweige denn Fakeness. Alles fühlt sich sehr schwitzig, organisch und aufmüpfig an. Ein nur in der hiesigen Synchro eingedeutschter Held, um dem ekligen „Henlein“ etwas entgegenzusetzen und aus „unserer Sicht“ nicht zu düster dazustehen. Die anbetungswürdige Yvette Mimieux. Ein ungleiches Duo Taylor/Brown, das phasenweise fast etwas an eine brüderlichere Version von „The Defiant Ones“ erinnert. Der Score rauscht und braust. Der Bodycount ist hoch. Die wilde Jeepaction durch Fluss und Stein wurde erst im jüngsten „Uncharted“ (Spiel, nicht Film!) getoppt. Es gibt eine unangenehme Massenchaos/-Vergewaltigungsszene. Allgemein wirkt die Darstellung des schwarzen Kontinents äußerst fragwürdig. Und trotz allem ist „Katanga“ ein galliger Gassenhauer zwischen Kneipentisch und Kriegskommunion, zwischen Abenteuer und Abartigkeit, zwischen Trainpain und Tränendrüsenzerschuss. 

Fazit: harte, schwitzige, unkorrekte und gegen Ende gar etwas kitschige Söldnersplittergranate voller Getöse und Gekröse. 

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