So richtig gereizt hat mich das Agentenkino mit etwa 9 oder 10, als Pierce Brosnan der amtierende 007 war und die Dritten in regelmäßigen Abständen "Solo für O. N. K. E. L." auswerteten. "Diamantenfieber" ernüchterte mich als Kind dann eher und seitdem war der Glamour dieses Sujets für mich beinahe vollkommen verflogen. Gelegentlich tauche ich noch in das Genre ein, wenn auch im Falle der frühen Bobdreihe eher wegen Sean Connery.
Das Kino meines Vertrauens brachte nun jüngst mit "Drei gelbe Katzen" den zweiten Teil der Kommissar X-Reihe und mit Tony Kendall einen Grund auf die Leinwand, mich mal wieder dranzuwagen. Auch, wenn mich das Ergebnis erneut etwas ernüchterte, Kendall und Waffenbruder Brad Harris reißen das Steuer einige Male rum.
Besagte gelbe Katzen waren einstmals Widerständler wider der britischen Kolonialmacht, die sich nunmehr in Grabe umdrehen, weil ihr guter Name von den Köpfen einer Gangster Bande missbraucht wird: ein mit Nitroröhrchen schmeißender Chemiefreak, ein glatzköpfiger Karate-Killer mit Stirnbandfetisch (wozu?) und ein schlecht angezoger Waffennarr bedienen sich dieses Aliases, um Diplomatentochter Babs zu entführen. Oder es zumindest zu versuchen, die Dame erweist sich dann doch als zu wehrhaft.
Polizist Rowland (Harris) und Privatdetektiv Walker (Kendall) werden zu Babs Schutz herangezogen und qualifizieren sich damit selbst für einen Platz auf der Todesliste der Drei. Warum die drei Böslinge Babsie als Geisel benötigen klärt sich nach ei Tiger amateurhafter Ermittlungsarbeit rasch: deren Vater, ein US-Konsul, war in einige schweineigelige Geschäfte mit einem irren Wissenschaftler verwickelt, der waffenfähige Vajterienstamme züchtet und daher von der Regierung geschasst wurde. Trifft sich gut: nichts geht über Rache und unter Weltbedrohung kauft in der Art Kino auch selten was.
Ob man den Mangel an futuristischen Elementen nun als Vor- oder Nachteil des Filmes zu Werten hat ist Ansichtssache: man wird jedenfalls nicht gerade mit Q-Elementen erschlagen, während die restlichen Klischees - Autos, Frauen, Gewalt - allesamt zufriedenstellend bedient werden. Vor allem Brad Harris, der Freund und Meinungsverstärker Tony Kendalls sticht als tatkräftigstes Element des Filmes neben dem Kommissar selbst heraus. Der Ton ist insgesamt ein eher zuruckgelehnter, wenn man den Film mit den heutigen Bonds, Bournes und anderen vergleicht, wobei es für damalige Verhältnisse immer recht ansehnlich bleibt.
Leider versandet die Handlung stellenweise etwas und ich persönlich blickte irgendwann nicht mehr allzu klar durch den Film und sein Dramatis Personae. Naja, muss ich mich halt ein weiteres Male ranwagen.Alleine Kendall und Harris sind schon zwei Argumente, den Film zu schauen, der übersprühende Charme der 60er und die herrlich beknackte Schurkenschaft des Filmes weitere. Wie gesagt fiel mir nachher der Durchblick etwas schwerer, was mir den Filmgenuss etwas schmälerte. Aber ganz und gar öde wird's hier nie und es ist eine Wonne, Rainer Brandts Flapskunst aus einer Zeit mitzuerleben, in der er den Ernst der Lage noch nicht vollständig mit dem schnodderdeutschen Synchronhammer pulverisiert hat. Dafür durchaus sechs Sterne mit starker Tendenz zur Sieben.