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Eigentlich besagt Murphys Gesetz, dass alles schief geht, was schief gehen kann – doch „Murphys Gesetz“ zeigt, was passiert, wenn Jack Murphy das Gesetz in die Hand nimmt.
Besagter Jack Murphy (Charles Bronson) ist knüppelharter Bulle, denn hierbei handelt es sich um eine Cannon-Produktion. Murphy ist (natürlich) geschieden und hängt deshalb (natürlich) geschieden. Seine Ex-Frau arbeitet (natürlich) als Stripperin in einem Club, damit wir auch ja alle Klischees zusammenhaben, die man von Bronson als Bulle erwartet. Aber glücklicherweise nimmt „Murphys Gesetz“ sich nicht so ernst wie diverse andere Filme des Knautschgesichts.
Als typischer Bulle in einer Cannon-Produktion ist es natürlich oberstes Gebot für Murphy wirklich vielen Leuten auf die Füße zu treten, von unliebsamen, halbseidenen Kollegen bis hin zu großen Gangsterbossen. Doch deswegen steckt Murphy bald in der Klemme, denn er pustet den kleinen Bruder eines gefährlichen Mafiabosses bei einer Geiselnahme aus den Latschen. Damit haben wir dann noch eine größere Gegnerzahl für Bronson, denn seine einzige andere Feindin ist eine Wahnsinnige (Carrie Snodgress), die Rache an Murphy dafür will, dass er sie verhaftete.

Die Killerin ermordet Murphys Ex-Frau und deren neuen Freund, um den Mord Murphy in die Schuhe zu schieben. Murphy wird verhaftet und an die vorlaute Autodiebin Arabella McGee (Kathleen Wilhoite) gekettet. Ihm gelingt jedoch die Flucht mit seiner unwilligen Partnerin, doch Murphy lässt sich von dem Plappermaul nicht abhalten nach der Schuldigen zu suchen…
Sonderlich originelle Storys haben die meisten Cannon-Filme mit Bronson ja eigentlich nie, aber „Murphys Gesetz“ ist immerhin etwas weniger simpel als die „Death Wish“-Sequels. So weiß Murphy im Gegensatz zum Zuschauer nicht von Anfang an, wer ihm da ans Leder will und stellt ein paar Ermittlungsarbeiten an. Hochspannung bietet das zwar nicht, aber immerhin eine relativ kurzweilige Geschichte ohne größere Längen, die Regisseur Jack Lee Thompson recht temporeich vom Leder zieht. Große Überraschungen sollte man allerdings nicht erwarten, denn der Film endet wie üblich damit, dass Bronson alle Bösewichte weggepustet hat.
Leider kann die Action nicht so überzeugen wie bei Teil 3 und 4 der „Death Wish“-Saga, denn sie ist etwas dünn gesät. Bronson darf ein wenig prügeln, was aufgrund seines Alters aber nicht allzu spektakulär ausfällt, aber wenn der altgediente Rächer die Knarre zückt, dann bekommt man ein paar nette Shoot-Outs geboten. Vor allem der Showdown ist ziemlich gut inszeniert worden. Nebenbei bemerkt: Wie in nahezu jeder Cannon-Produktion explodieren auch Autos hier, wenn man auf sie schießt, sie einen Unfall bauen usw. Ist zwar etwas albern, aber wohliges Flair simpler, stupider 80er Jahre Action verbreitet so was trotzdem.

Durch Murphys unfreiwilligen Buddy kommt auch noch etwas Buddy-Comedy in das Geschehen, was dem sonst eher handelsüblichen Actionkrimi eine gewisse Ironie verleiht und die Klischees in der Geschichte abmildert. Das ständige Geschimpfe Arabellas ist ziemlich originell, wobei die deutsche Synchro noch mal extragute Arbeit leistet. Zumindest der Satz „Du kannst mir mal in die Socke husten, Opa!“ hat mich doch herzlich lachen lassen.
Darstellerisch ist der Film solide, auch wenn man keine Wundertaten erwarten darf. Bronson zieht seine übliche Nummer als harter Bulle durch, Kathleen Wilhoite ist ein solider komischer Ausgleich zu dem knochentrockenen Helden und die Fieslinge sind anständig fies, vor allem Carrie Snodgress als Psychopathin mit origineller Armbrustbewaffnung. Ruft zwar keine Begeisterungsstürme vor, aber enttäuscht auch niemanden.

Bleibt ein mit einigen Gags aufgelockerter Actionkrimi, der zwar nicht ganz die Klasse von Actionkrachern wie „Death Wish III“ und „Death Wish IV“ erreicht, aber gute Unterhaltung für Genrefans bietet.

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