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Auf dem Höhepunkt der berühmt-berüchtigten "Death Wish"-Reihe, aber schon lange nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Karriere, drehte Rauhbein Charles Bronson zwischen den Teilen III und IV der Selbstjustiz-Saga unter der routinierten Regie von J. Lee Thompson ("Death Wish IV", "Kinjite - Tödliche Tabus") den knallharten Actionthriller "Murphys Gesetz".
Produziert von der auf anspruchslose Actionfilme und seichte Komödien spezialisierte B-Movie-Schmiede *The Cannon Group Inc.* der beiden Cousins Yoram Globus und Menahem Golan, spielt Charles Bronson hier einmal mehr den hartgesottenen Cop, der allerdings nach der Scheidung von seiner Frau an der Flasche hängt und ein unausgeglichenes Dasein zwischen Pflichterfüllung als Cop und Alkoholsucht führt.
Erst als er unschuldig für mehrere Morde verantwortlich gemacht wird und aus dem Gefängnis fliehen muss, erwacht in ihm der alte Jagdtrieb und er nimmt - unterstützt von einer frechen Göre - den Kampf gegen die Mafia und einen eiskalten Racheengel auf.

Ein abgehalfterter Cop und eine rotzfreche Autoknackerin aneinander gefesselt auf der Flucht - "Murphys Gesetz" erfindet das Genre nicht neu und liefert eine altbekannte Story, punktet aber vor allem durch das sympathische Zusammenspiel des ungleichen Paares Charles Bronson und der jungen Kathleen Wilhoite ("Color Of Night") als Arabella und kombiniert beinharte Action im gewohnten Bronson-Stil mit einer guten Portion Witz und hetzt seine beiden Hauptdarsteller in einem irren Tempo von einer brenzligen Situation in die nächste.
Drehbuchautor Gail Morgan Hickman und Regisseur Thompson setzen von Beginn an den Fuß ordentlich aufs Gaspedal und treiben die Handlung mit enormer Geschwindigkeit voran.
Der Film konzentriert sich auf das Wesentliche, vermeidet so unnötige Längen und schafft es, die charismatischen Charaktere angemessen in die vielschichtige Story einzuführen und dem Zuschauer kaum eine Atempause zu gönnen.

Die Action wirkt bei einem 25 Jahre alten Film natürlich antiquiert, ist aber dennoch sauber inszeniert, während der teilweise sehr derbe und raue Humor die zahlreichen Spannungsmomente und durchaus brutalen Szenen von "Murphys Gesetz" etwas auflockert.

Alles in allem einer von Bronsons besten Auftritten in den 80er Jahren und trotz seiner Reife ist er noch immer ein Garant für hohen Unterhaltungswert.
Auch nach mehreren Wiederholungen ist "Murphys Gesetz" ein immer wieder gern gesehener Old School-Actioner mit handgemachter Action und ohne übertriebenen neumodischen Firlefanz - eben aus altem Schrot und Korn.

7,5/10

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