Gesetz, gesetzt, zerfetzt
Cannon und Charles Bronson, das war in den 80ern eine feste Kallabo-Größe im Exploitation- und Actionkosmos. Im Team schwoll da jedes Bahnhofskino an. Allein die comichaften „Death Wish“-Fortsetzung sind ewige Legenden, drehten das Rad ohne Zögern weiter als jeder erwartete. „Murphy's Law“ tritt (zumindest die meiste Zeit) deutlich öfters auf die Bremse, nur um dann immer mal wieder zu explodieren, vor allem in einem unvergesslichen Finale, das mit dem Bleihaltigsten im Cannon-Kanon mithalten kann. In diesem knallharten Copkrimi zwischen Straße, Stripclub und Whiskyflaschenboden bekommt es ein abgefuckter Charles Bronson in einer weiteren Paraderolle mit der Mafia, Kopfgeldjägern und Mordvorwürfen zu tun…
Eher in den bodenständigeren 70ern hängen geblieben, dann aber doch mit genug 80er-Gewaltfantasien, die jeden Cannon-Connaiseur zufriedenstellen sollten. Irgendwo mit inspirierten wie inspirierenden Versatzstücken aus „Flucht in Ketten“ wie „Last Boy Scout“. Bronson war selten dem Boden näher, dem Alkoholiker eh. Immer wieder gibt es Buddy-Comedy-Einschübe, ohne den Film jedoch insgesamt zu verweichlichen. Das ist damals wie heute FSK18 durch und durch. Und das ist gut so. Männerballerbude der dreckigeren Sorte, die nur so tut wie Qualitätskrimikino, im Kern aber stahlharten Exploitationstatus inne hat. Geschlechtermischung im Buddy-Action-Genre gibt’s auch nicht zu oft. Genauso wenig wie eine dermaßen fiese Bösewichtin. Aber über allem steht natürlich: don't fuck with Jack Murphy!
Fazit: eine weitere Cannon-Kanone mit einem abgehalfterten Bronson und viel Betondschungel. Etwas ernster und seriöser als die „Death Wish“-Sequels. Aber auch grauer. Zumindest bis zum in Blut getränkten Finale!