Das hatten wir auch vor 1983 schon: Ein Killer hält sich am Campus auf und schlachtet reihenweise Studentinnen ab.
Demzufolge bietet dieser altbackene Stoff auch keinen Geheimtipp für Slasher-Freunde, kann aber mit einigen blutigen Splattereinlagen und unfreiwilligem Humor bei Laune halten.
Zum Killer wurde der Typ so: Mutti entdeckt Jungen, der sich eine Nackte zusammenpuzzelt und ist erzürnt. Der Junge auch, er killt Mutti mit einer Axt, die offenbar im Wohnzimmer bereit lag.
40 Jahre später tötet er am helllichten Tag eine Studentin, die sich im Park sonnt, indem er ihr mit der Motorsäge einfach mal den Kopp entfernt.
Von nun an müssen weitere Studentinnen dran glauben.
Von Belang sind, neben den Tötungen, nur zwei ermittelnde Cops, ein weiblicher Lockvogel am Campus und der Student Kendall, der sich im Verlauf eifrig als Held hervortun wird.
Da Joe DÁmato am Drehbuch mitgewirkt hat, kann man sich die Zutaten bereits im Vorfeld ausmalen: Etwas nackte Haut und teilweise detaillierte Gewaltszenen.
Typisch hierfür ist eine Sequenz, die mit Saxophon-Klängen eingeläutet wird und damit die Nacktheit des kommenden Opfers angekündigt, welches eine Runde im Hallenbad schwimmt und vom Killer alsbald aus dem Wasser gefischt wird.
Ebenso bezeichnend eine Szene, in der der Bösewicht den Studentinnen bei ihren Aerobic-Übungen zusieht, während er in seinem Versteck deutlich lauter atmet.
Allzu temporeich geht das nicht von statten, erst im letzten Drittel gesellen sich Konfrontationen mit Gegenwehr hinzu.
Dabei mag man sich den Showdown bereits ausmalen: Lockvogel in der Höhle des Löwen, während Held und Cops seine Identität aufdecken und in Windeseile anrücken.
Immerhin hält man hierfür noch zwei halbwegs gelungene Schockeffekte parat.
Was bei alledem ausnahmsweise erfreut, sind die komplett hölzernen Darsteller, die sich allesamt wie Bewohner eines Altenheims bewegen, was die eckige Synchro deutlich verstärkt.
Das fördert dann herrliche Szenen, etwa, als eine Studentin einen Prof fragt: „Was sind Brustmuskeln?“ Und er todernst antwortet „Ich versichere ihnen, die sind sehr lustig“.
Darüber hinaus mischen ein dicker, ständig verdächtiger Gärtner und ein chinesischer Kung-Fu-Lehrer mit, der in einer Szene völlig grundlos und ohne Zusammenhang den Lockvogel attackiert.
Allerdings fördert das viele Blabla nicht unbedingt den Drive, da man zuweilen recht lange auf den Einsatz des Mörders mit Hut und Mantel warten muss. Dafür zeichnen sich einige seiner Taten durch brachiale Gewalt aus. Da werden Köpfe und Arme abgetrennt, ein Messer vom Hinterkopf bis in den Mund gedrückt und einige Opfer arg verstümmelt zurückgelassen.
Die Darstellung der Effekte kann sich durchaus sehen lassen.
Positiv hervorzuheben ist letztlich noch der atmosphärische Score von „Cam“, der mit seinen Synthieklängen zwar stark an „Dawn of the dead“ erinnert, aber dennoch treffend untermalt.
Nun, letztendlich ist die ganze Chose von vorne bis hinten absehbar, voller Klischees und hauchdünn gezeichneter Charaktere.
Zum Nebenhersehen oder zum Wachwerden aber eine ordentliche Wahl, - man wird nicht überfordert und dabei dennoch halbwegs unterhalten.
Zumal solche Gegebenheiten, wie der halb erigierte Dödel des jungen Helden (ohne sexuelle Aktivitäten) immer mal wieder für merkwürdige Momente sorgen…
Knapp
6 von 10