Die Spanier machen ja die besten Thriller der letzten Zeit. "The Body" und "Der unsichtbare Gast" überzeugten durch den irren Plot und der mal Fincher-, mal Hitchcock-artigen Inszenierung. "Mörderland" geriet dramaturgisch eher konventionell, bestach aber durch Figuren und Atmosphäre. Und obwohl Thriller-Genie Oriol Paulo auch hier seine Finger im Spiel hatte, enttäuscht "Boy Missing" etwas.
Dabei ist die Geschichte gar nicht mal so schlecht. Sie zeigt, wie durch ein vermeintliches Verbrechen Dinge in Gang gesetzt werden, die verschiedene Akteure in den Abgrund ziehen. Am Ende steht auch wieder eine Überraschung, aber dieser Twist ist nicht so genial, wie sonst bei Paulo. Alles wirkt etwas zu steril, es mangelt an Atmosphäre und echter Spannung. Die Inszenierung ist etwas zu karg und zu konventionell, es fehlt an Pep.
So bleibt ein doch nur durchschnittlicher Thriller, der zwar eine interessante Story aber nicht die ersehnte Spannung liefert.