Bekanntermaßen gehen verschiedene Kulturen sehr unterschiedlich mit dem Thema Tod um. Beim Fotografieren eines kürzlich Verstorbenen glauben einige, dass dadurch die Seele eingefangen oder gar gestohlen wird, während es bei anderen Brauch ist, den Toten noch ein letztes Mal abzulichten. Also eigentlich ein interessantes Thema für Grusel und Mystery, doch Regisseur Svyatoslav Podgayevskiy bedient sich lediglich bekannter US-Vorbilder.
Nastya (Aleksandra Rebenok) und Vanya haben soeben geheiratet. Nun soll es zu seiner Familie auf den einsam gelegenen Landsitz gehen. Doch bereits kurz nach der Ankunft wird Nastya misstrauisch aufgrund des sonderbaren Verhaltens von Vanyas Schwester Liza und auch die Luftschächte im Gebäude scheinen ein Geheimnis zu verbergen…
Die Vorgeschichte anno 1839 liefert durchaus interessante als auch makabere Ansätze, als ein Wissenschafter eine verstorbene Braut fotografieren will, deren Kopf kurz vorm Schnappschuss nach vorn kippt. Ziel dieser Aktion ist es, die Seele für immer auf dem Negativ zu erhalten, mehr noch, es wird eine Reinkarnation versucht, indem eine fremde Frau lebendig begraben wird, wodurch die Seele der Verstorbenen in ihren Körper schlüpft. Nur hat der Rest der in der Gegenwart angesiedelten Geschichte recht wenig bis gar nichts damit zu tun.
Vielmehr geht es um uralte Familientraditionen und ein düsteres Geheimnis, wobei sich im Verlauf unzählige Logiklöcher ergeben, was mit der Einstellung Vanyas beginnt, welcher genau weiß, welches Schicksal seiner Frau blühen dürfte und dennoch zustimmt, mit ihr den Besuch anzutreten. Auch Nastyas überaus zurückhaltendes Benehmen ist hinsichtlich einiger zweifelhafter Verhaltensweisen nicht nachvollziehbar, während es lange Zeit an übersinnlichen Begebenheiten mangelt.
Originell ist eine Begegnung mit sich selbst inszeniert, das Spiegelbild auf einem Portrait ist ebenfalls kunstvoll arrangiert, doch neben der weitgehend gelungenen Optik aufgrund des alten Hauses, den kaum zeitgenössischen Kleidern und einigen schaurig düsteren Fotografien, ereignet sich schlicht zu wenig, bevor es zum Showdown etwas temporeicher vonstatten geht und die gängige Dämonenfratze bemüht wird. Dabei kommt das Finale leicht verworren daher und es bleiben insgesamt mehr Fragen offen als letztlich geklärt werden.
Die ausgesprochen hübsche Hauptdarstellerin Rebenok liefert zwar Gründe am Ball zu bleiben, doch hinsichtlich einiger Wiederholungen und unnötiger Szenen zieht sich die Chose partiell gewaltig, was auch einige Jump Scares nicht kaschieren können. Zudem ist die Aussteuerung des Sounds bedenklich, da die Dialoge im Vergleich zur restlichen Soundkulisse fast grundlegend zu leise ausfallen, wogegen Schreckmomente mit donnernden Getöse einhergehen.
Was hier Part einer angeblich wahren Begebenheit sein soll, erschließt sich zu keiner Zeit, denn die Sache mit der Fotografie war eine Weile weit verbreitet, während es schon immer vogelige Familien mit äußerst zweifelhaften Traditionen gab. Der Rest liefert belanglose Versatzstücke von US-Vorbildern, - eigene kreative Ansätze bleiben völlig außen vor, wonach sich der durchschnittliche Horrorfilmfreund wohl eher langweilen denn gruseln wird.
4 von 10