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Fabelhaft-familiäre Freaks mit viel Feingefühl


Wir lieben es uns zu erschrecken. Zumindest die meisten von uns. Deswegen boomen auch Horrorhäuser rund um den Globus, manche davon sogar nicht nur im Oktober. Eines der erfolgreichsten solcher Events und Grusellabyrinthe weltweit steht in Neuseeland - und „Spookers“ beschäftigt sich mit den Machern und einigen der dort Arbeitenden. Was sind das für Leute? Wie ist die Stimmung bei einem solchen Arbeitgeber? Warum haben die Leute gerne Angst? Wie ist man auf die Idee und das Setting in einer verlassenen Psychatrie gekommen? Kann Furcht und Fürchtenlehren heilen? Aber vor allem: was sind die Geschichten hinter den „Freaks“?

„Spookers“ ist intim sowie allgemeingültig zugleich. Was erstaunlich ist. Er gibt sowohl Einblicke in das faszinierende, oft tragische Seelenleben einzelner Erschrecker, sagt aber auch viel über die Natur von uns allen, insbesondere von uns Horrorfans. Was Angsthaben mit einem machen kann, wie sehr diese Arbeit therapeutisch wirken kann, wieviel dieses Ausleben, Schminken und Verkleiden den Menschen hilft sich von ihren „realen“ Problemen zu lösen und die echten Ängste zu bekämpfen. Was sich gut auf das komplette Genre und dessen Mechanismen übertragen lässt. „Spookers“ hat ein riesiges Herz und braucht das noch nichtmal auf der Zunge zu tragen. Zudem gibt es grandiose Masken, interessante Charaktere und eine gruselige Location mit Historie und Flair. Es ist eine einzige Feier von unserer weltweiten Community. Und sind wir nicht alle ein wenig Freaks?

Fazit: eine Zelebration des Anderssein, der sympathischen Monster in uns allen. Erschrecken als Therapie. Gilt das nicht für uns alle ein bisschen?! „Spookers“ ist unheimlich menschlich, monströs leicht zu gucken und überraschend tiefgehend für jeden Halloween- und Horrorhead. Handgemacht und von Herzen. Doku-Tipp! 

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