Tobe Hooper ist einer der unsensibelsten Regisseure im Horror-Genre. Immer feste drauf mit dem Holzhammer, subtiler Schrecken liegt ihm nicht. Dazu erzählt er weder Geschichten, noch weiss er, was interessante Charaktere sind. Ich hab mir mittlerweile alle seine Kinofilme angesehen, angefangen mit TCM, der bis heute der beste ist, und ausser "Invasion From Mars", ein Remake und stellenweise wirklich gut, und "Poltergeist" der aber zu dreiviertel Spielberg ist, sind seine Filme äusserst fragwürdig.
"Blutrausch" hab ich mit 16 Jahren gesehen, damals, 1981, bei unseren samstagnachmittäglichen Videomaratons, und wir fanden ihn langweilig, geistlos und blöde.
Gerade eben habe ich ihn mir nochmals angeguckt, wahrscheinlich, um irgendwie doch noch was Gutes daran zu entdecken, aber Fehlanzeige: "Blutrausch" ist reaktionärstes, frauenfeindlichstes, humorlosestes Kino. Und langweilig, geistlos und blöde.
Hooper ist zwar ein ausreichend guter Techniker und Handwerker, er versteht was von Ausleuchtung und optischer Atmosphäre, aber ein Film sollte auch eine Geschichte erzählen und mindestens eine Identifikationsfigur bieten. Aber hier spinnen nahezu alle und sind so klischeehaft überzeichnet, dass es einem graut.
Ein paar abgehalfterte Hollywood-Stars der zweiten Garde (Neville Brand, Mel Ferrer, Carolyn Jones, Stuart Whitman) retten da auch nichts (achtet mal auf Mel Ferrer, als er bei seinem ersten Auftritt aus dem Auto steigt: sein Gesichtsausdruck spricht Bände, was er vom Film hält), und Robert Englund gilt ja auch nicht gerade als Darsteller par excellence.
Mit den Autoren Alvin L. Fast, Kim Henkel und Mardi Rustam müsste man auch mal ein ernstes Wörtchen reden. Drei Schreiber für so einen Quark? Hätten sie stattdessen nicht in den Golfclub gehen können?
Der Verleih trompete damals, dass dieser Film auf einer Stufe wie "Psycho" sei, aber mit "Psycho" hat "Blutrausch" soviel gemeinsam wie Tomaten-Ketchup mit Sauce Cumberland.
Ein mieses Schlächterfilmchen von einem der meistüberschätzten Regisseure.