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Rund drei Jahre nach seinem eher unerwarteten Erfolg des Kettensägenmassakers in Texas wollte Tobe Hooper noch eins draufsetzen und serviert uns eine Grindhouse-Variante von „Psycho“, in der phasenweise sogar ein kleines Mädchen im Fokus eines Irren steht.
Das dazugehörige Krokodil ist indes Trash pur.

Irgendwo in den Sümpfen betreibt Judd (Neville Brand) ein abgewracktes Hotel, direkt nebenan haust sein Krokodil, welches auch schon mal unliebsame Gäste verspeist.
Als sich gleich mehrere Gäste einfinden, hat Judd alle Hände voll zu tun…

Der Streifen wurde fast ausschließlich in einem Studio gedreht, nix mit Originallandschaften, dressierten Alligatoren oder echtem Morgendunst. Dennoch kommt zuweilen ein wenig Atmosphäre auf und obgleich der Einsatz der Rotfilter zuweilen übertrieben wird, vermag das morbide Ambiente mithilfe diverser Tierlaute im Hintergrund zu zünden.

Hierher haben sich unter anderem Robert Englund als rebellischer Rocker und Mel Ferrer auf der Suche nach seiner Tochter verirrt, welche beide recht solide performen und neben dem örtlichen Sheriff (Stuart Whitman) halbwegs brauchbare Charaktere abliefern. Einige der Damen ziehen zwar blank, schauspielern jedoch größtenteils neben der Spur. Die Auftritte des Schlächters Judd fallen demgegenüber oftmals nervig aus, es gibt, neben einem schizophren veranlagten Familienvater einige Monologe, die auch von einem Helge Schneider in Depri-Phase stammen könnten.

Das Krokodil taucht derweil nur sporadisch auf und erscheint ziemlich unbeweglich, in manchen Szenen schimmert, trotz unzureichender Beleuchtung die Gummiherkunft durch.
Für blutige Szenen sorgt das Vieh nur ansatzweise, minimal derber geht es bei Judd und seiner Sense zur Sache, - ein entsprechendes Loch im Bauch ist allerdings schon die blutigste Einlage.

Leider kommt die Story nur schwer in Gang und vermag sich kaum zwischen Thriller, Psycho-Gelaber und Tierhorror entscheiden. In jenen Momenten, als Kind Angie sich unterm Haus verbarrikadiert und später auf der Flucht vor dem Krokodil ist, flackert ein wenig Spannung auf, die Einsätze von Judd geraten demgegenüber eher unspektakulär.
Ferner hält sich die Erzählung mit vielen Nebensächlichkeiten auf, zumal Softcore und der Besuch im örtlichen Puff nicht sonderlich interessant ausfallen.

Im Vergleich zum Kettensägenmassaker mangelt es an der durchweg bedrohlichen Stimmung und den markanten Erscheinungen und trotz überwiegend solider Mimen fallen viele Dialogpassagen zu absurd und unpointiert aus. Von dem Krokodil geht nur bedingt Gefahr aus, während der schmierige Hotelier zu kurzen Prozess macht.
Ein überwiegend schnarchiges Stück Film.
4 von 10

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