Review

Der Anti-Crocodile Dundee 


"Eaten Alive" kam zwei Jahre nach Tobe Hoopers texanischer Terrorsäge und enttäuschte viele. Bis heute hat er seine Reputation nie wirklich in den grünen Bereich rücken können. Sehr schade, wie ich finde! Er ist zwar auf keinen Fall auf dem Niveau des Regievorgängers, mit ihm auch nur stellenweise vergleichbar und auch für sich genommen sicher kein unumstößlicher Klassiker, doch sehenswert ist er allemal. Ich mag ihn sogar richtig gerne. Er trifft ziemlich genau die Mitte zwischen Tierhorror und Backwood-Terror, zwischen "Psycho" und "Alligator", zwischen fein-farbig und fassungslos brutal. Es geht um einen kriegsgeschädigten (?) Motelbetreiber im sumpfigen Südstaatenhinterland - und dessen Sense, dessen psychische Störung und dessen Krokodil im Teich vor seiner ungemütlichen Herberge... 

Killer, Krokos, kleine Kinder in Gefahr - "Eaten Alive" liefert ein schönes Menü. Atmosphärisch ein Zwitterwesen aus den fiesen 70ern und delirierenden 80ern, kann man durchaus behaupten, dass Hooper hier seinen Stil ausgebaut hat und seiner Zeit ein Stück weit voraus war. Die Mischung aus rasendem Redneck und hungrigem Krokodil ist einzigartig im Grindhouse-Kino. Oder Drive-In-Cinema. Oder B-Movie-Ouevre. Denn überall dort gehört dieses Kleinod hin. Als i-Punkt gibt es den jungen Freddy Krueger in einer testosterongeschwängerten Machorolle und eine extrovertierte Beleuchtung, die man eher bei Argento als beim Leatherface-Macher erwartet hätte. All das unterlief damals wohl zu extrem die Erwartungen, doch macht es "Eaten Alive" zu einer sleazigen Entdeckung voller schmandiger Schönheit.

Fazit: viel zu lange im Schatten des Kettensägenmassakers - dieses Moor aus Blut, Nebel und Terror taucht Hoopers eindringlichen Hinterwald-Horror in psychedelische Farben und grauenhafte Tierhorrorformen. Wenn Psychos und Killerkrokos eine angsteinflössende Allianz eingehen!

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