Eine soziale Schlammschlacht
"Mudbound" erzählt von zwei Familien, eine weiß, die andere schwarz, in den Südstaaten der USA kurz nach dem zweiten Weltkrieg, die unter gänzlich unterschiedlichen Voraussetzungen kollidieren und mit einer "matschigen", harten Zeit zurechtkommen müssen...
Rassentrennung & Rechtschaffenheit
In der gleichen Schublade irgendwo zwischen Historienschinken und Western wie Überklassiker ala "Grapes of Wrath" oder "Giant" kommt "Mudbound" mit großen Erwartungen und Zielen und Ansprüchen - und kann die meisten davon beachtlich (über-)erfüllen! Eines der frühesten Prestigeprojekte von Netflix. Gespickt mit großen, klassischen Performances, eine umspannende Geschichte, gesellschaftliche und akute Themen und Parallelen zur Jetztzeit, viel Zeit zum Aufsaugen der schwitzigen Atmosphäre. Die Südstaaten zwischen Sinnkrise, Vergangenheit und Zukunftsvisionen. Eine gespaltene Nation. Unterschiedliche Hautfarben, unterschiedliche Möglichkeiten, unterschiedliche Chancen, unterschiedliche Schmerzen. Ein langsamer Foxtrott der Brauntöne. Ein Epos aus Ballast und Morast. Ein Blick in die Natur des Menschen und die Seele der USA. Ein familiäres period piece voller Mut und Wut. Ein Blick hinter Hautfarben, Geschlechter und Vorurteile. Eine zeitlose Großtat. Und der wahrscheinlich erste mächtige Wurf im Filmbereich des großen roten N.
Fazit: Pures, wichtiges, wuchtiges, atmendes, schnaufendes und klassisches Kino - von Netflix. "Mudbound" ist (2017) wahrscheinlich das wichtigste Projekt des Streaminggiganten bisher. Und ein großes Werk. Wenn man Geduld mitbringt.